Presse: Ein Ort mit Geschichte

Der Kreuzhof im ehemaligen Franziskanerkloster in Arnstadt wird
neu gestaltet – Unterstützer werden gesucht

Von Ines Heyer, i.heyer@meinanzeiger.de, Allgemeiner Anzeiger am 16. Mai 2020

Der Kreuzhof des ehemaligen Franziskanerklosters in Arnstadt soll 2021 neu gestaltet werden. Der Oberkirchenverein und die
Evangelische Kirchengemeinde wollen ihn zu einem Ort der Ruhe und Inspiration werden lassen. Foto: A.Hirsch

Der Kreuzhof des ehemaligen Franziskanerklosters in Arnstadt ist ein besonderer Ort – er ist umringt von dicken Mauern und zeigt sich nur nach oben – Richtung Himmel – offen. Ganze 770 Jahre hat sich hier das unterschiedlichste Leben abgespielt.

Bis in das Jahr 1538 beteten und meditierten hier Mönche, danach wurde das Kloster aufgelöst. Der Gebäudekomplex wurde dann als gräfliche Erziehungsanstalt genutzt, war Witwensitz und wurde 1581 als Arnstädter Stadt- und Landschule umgebaut um als Lyceum, Gymnasium und höhere Mädchenschule zu dienen. Im Kriegszeiten gingen Soldaten ein und aus, anschließend war es ein Kinderheim. Heute befinden sich hier das evangelische Gemeindehaus, das Kirchenamt, sowie eine Pfarr- und eine Pilgerwohnung.


Der Kreuzhof hat all die Zeiten überdauert und erinnert mit seinem Charme an eine längst vergangene Zeit. Im Jahr 2021 soll er neu gestaltet
werden. Im Rahmen eines studentischen Wettbewerbs der Erfurter Fachhochschule hat Oliver Fiebig einen Entwurf vorgelegt, der die Kirchgemeinde Arnstadt überzeugt hat und jetzt umgesetzt werden soll. Im Zentrum des Kreuzhofes steht der AssisiStein, in den das Friedensgebet des Ordensgründers eingearbeitet ist. Dieser Ort soll für das zukünftige Leben und Arbeiten im ,Neuen Zentrum Oberkirche’ Quelle der Ruhe, der Muße und Inspiration sein – umgeben von einer Wasserschale, Winterlinde und Sitzgruppe.


Die Evangelische Kirchengemeinde Arnstadt hat eine Zuwendung aus der Städtebauförderung beantragt, um die Gesamtkosten von 160 000 Euro für die Wiederherstellung und Neugestaltung des Kreuzhofs aufbringen zu können. „Solche Förderprogramme verlangen aber, dass der Antragsteller einen Eigenanteil in die Finanzierung der Projektkosten einbringen muss. Im Falle der Städtebauförderung sind das 40 Prozent – was 64 000 Euro entspricht. Um diesen Eigenanteil aufbringen zu können, will die evangelische Kirchengemeinde, unterstützt vom Oberkirchenverein, nun bis zum 30. April 2021 Spenden sammeln und hat dazu eine Spendenaktion initiiert, in der die Kosten der einzelnen Gestaltungsobjekte des künftigen Kreuzhofs ausgewiesen werden, so dass Spender oder Paten für einzelne Objekte gewonnen werden können“, erklärt Andreas Hirsch, Vorsitzender Oberkirchenverein Arnstadt. Dafür wurde eine neue Website ins Leben gerufen, die über über den Kreuzhof und das Bauvorhaben informiert. Für Einzelelemente, vom Wasserbecken, über ein Eisentor und der Sitzgruppe bis hin zu den Rosenstöcken und Pflastersteinen können Stifter Patenschaften übernehmen. Natürlich ist es auch möglich, sich mit einer allgemeinen Spende zu beteiligen.

Ein schöner Anfang ist bereits gemacht: Ian Anderson von der legendären Band „Jethro Tull“ hat bereits 12 000 Euro Gage von einem Konzert zum Bach-Advent in Arnstadt für dieses Projekt gespendet.

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