In der Oberkirche in Arnstadt wird der neue Fußboden aus Sandsteinplatten verlegt. Jetzt geht es noch um die Ecken und Kanten, die passgenau in der Werkstatt geschnitten werden müssen. Pfarrer Thomas Kratzer (links) und Hausmeister Thomas Wall machen sich ein Bild von den Arbeiten. Foto: Hans-Peter Stadermann

Presse: Arnstadts Oberkirche erhält Sandstein-Boden und eine begehbare Glasplatte

Die Sanierung der Arnstädter Oberkirche ist auf der Zielgeraden. Bis Ende August soll der Fußboden fertig sein.

Thüringer Allgemeine am 14. August 2019

Arbeiten sollen Ende August abgeschlossen werden. Nach einer Grundreinigung sind wieder Veranstaltungen möglich.

In der Oberkirche in Arnstadt wird der neue Fußboden aus Sandsteinplatten verlegt. Jetzt geht es noch um die Ecken und Kanten, die passgenau in der Werkstatt geschnitten werden müssen. Pfarrer Thomas Kratzer (links) und Hausmeister Thomas Wall machen sich ein Bild von den Arbeiten. Foto: Hans-Peter Stadermann

Die Sanierung der Arnstädter Oberkirche ist auf der Zielgeraden. Bis Ende August soll der Fußboden fertig sein. Dann können die Planen, die derzeit Kanzel, Altar, Taufe und Emporen schützen, abgenommen werden und das Gotteshause zeigt wieder seine ganze Schönheit.

Etwa die Hälfte des Kirchenschiffes hat in den vergangenen Wochen einen neuen Bodenbelag aus hellem Sandstein erhalten. „Dieser wird nachdunkeln“, erklärt Pfarrer Thomas Kratzer, der das Bauprojekt von Seiten der Kirchgemeinde betreut. Die acht Zentimeter dicken Platten liegen auf rund 300 Quadratmetern in einer Kiesschüttung. Jetzt geht es um die Feinarbeiten, um die vielen Ecken und Kanten rund um die Pfeiler und auch die Öffnungen für die so genannten Elektro-Bodentanks.

Baustopp nach Funden im Boden

Die Kirchgemeinde hat die Chance genutzt und in den Boden gleich neue Elektroleitungen legen lassen. Das wird künftig die Planung von vielfältigen Veranstaltungen erleichtern, kein Besucher soll über Strippen im Kirchenschiff stolpern.

Ursprünglich war im Jahre 2017 nur eine Reparatur des Fußbodens geplant, doch ein bei den Arbeiten entdecktes Grab führte zu einem Baustopp (unsere Zeitung vom 30. Oktober 2017). Die geplante Wiedereinweihung zum Reformationsjubiläum wurde abgesagt.

Die Archäologen begannen mit Untersuchungen, die Kirchgemeinde musste zusätzliche Finanzen beschaffen, das hat alles seine Zeit gedauert. Insgesamt kostet der Fußboden laut Kratzer rund 200.000 Euro. Davon werden 90 Prozent gefördert.

Mit dem Denkmalschutz hat sich die Kirchgemeinde inzwischen über eine Lösung zum Umgang mit dem in das 12. Jahrhundert datierte Grab geeinigt. Durch eine begehbare und beleuchtete Glasscheibe werden Besucher die Grabplatte sehen können, die an einen adligen Herrn aus dem Geschlecht derer von Griesheim erinnert.

Nur wenige Schritte entfernt liegt eine Sandsteinplatte mit dem Hinweis „zu öffnen am 31.10. 2117“. Der Kirchenkreis hatte zum Jubiläum 500 Jahre Reformation eine Aktion gestartet und die Gemeinden gebeten aufzuschreiben, wie sie sich Kirche in 100 Jahren vorstellen.

Die Dokumente kommen in eine Kapsel, die nun mit knapp zweijähriger Verspätung in den Boden eingelassen wird. Das soll am Sonntag, 25. August, nach der feierlichen Verabschiedung von Superintendentin Angelika Greim-Harland geschehen. Sie hat die Bauarbeiten viele Jahre lang mit Herzblut begleitet. Der Gottesdienst in der Bachkirche beginnt um 17 Uhr, danach läuft die Gemeinde hinüber zur Oberkirche.

Deren Einweihung soll dann 2020 gefeiert werden. „Nächste Woche ist Gemeindeausschuss, dabei werden wir den Termin besprechen“, sagt Kratzer auf Anfrage. Die wertvolle historische Bibliothek ist vor kurzem wieder in die sanierte Sakristei eingezogen, das war ein wichtiger Schritt. Die Restaurierung des Kunstgutes werde in den nächsten Jahren fortgesetzt.

Dixie-Session und Denkmaltag

Um die Kirche für Besucher öffnen zu können, will man wieder einen Mitarbeiter einstellen. An den Wochenenden sichert der Oberkirchenverein die Betreuung ab. Er wird auch federführend für die Veranstaltungen zuständig sein. Geplant sind bereits für September zwei Puppenspiele. Am 8. September findet der Gottesdienst zum Tag des Offenen Denkmals in der Oberkirche statt, am 9. September folgt eine Dixie-Session mit dem Posaunenchor, so kündigt Thomas Kratzer bereits an.

Zukunftsmusik sind noch Veranstaltungen im Kreuzhof, für den ein studentischer Gestaltungsentwurf vorliegt. Nun wird sich ein Planungsbüro um die für 2021 geplante Umsetzung kümmern. Das Bauen an der Oberkirche geht also weiter.

Antje Köhler

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