Uta Kitzig ist Organisatorin des Arnstädter Kleinkunstfestes „Künste in Haus und Hof“. Am 13. Juli laden neun Künstler an verschiedenen Stationen in der Innenstadt zu Tanz und Ambiente, Musik und Kultur ein.

Presse: Arnstadt: Große Kunst in kleinen Höfen

Marvin Reinhart, Thüringer Allgemeine am 10. Juli 2019

Uta Kitzig ist Organisatorin des Arnstädter Kleinkunstfestes „Künste in Haus und Hof“. Am 13. Juli laden neun Künstler an verschiedenen Stationen in der Innenstadt zu Tanz und Ambiente, Musik und Kultur ein.

Uta Kitzig ist Organisatorin des Arnstädter Kleinkunstfestes „Künste in Haus und Hof“. Am 13. Juli laden neun Künstler an verschiedenen Stationen in der Innenstadt zu Tanz und Ambiente, Musik und Kultur ein.

„Ich mache eigentlich die Buchhaltung im Kulturbetrieb in Arnstadt“, sagt Uta Kitzig. „Das Festival organisiere ich zusätzlich, weil es irre Spaß macht“, sagt sie weiter und meint das Kleinkunstfest „Künste in Haus und Hof“. Seit 2009 betreut Uta Kitzig das Festival, das am Samstag nun schon zum 16. Mal Arnstädter und Gäste aus ganz Thüringen mit Musik, Akrobatik und Schauspiel in die Innenstadt lockt. Das Konzept: Neun Künstler werden in verschiedenen Höfen und Häusern in Arnstadt auftreten.

Die Künstler, die Locations, die Werbung: Was anfällt, organisiert Kitzig selbst: „Ich fahre ans Rudolstadt-Festival oder ans Fête de la Musique in Erfurt und schaue mich um, oder ich google einfach nach Bands, die Spaß machen“, sagt sie. Übrigens: Ins Leben gerufen habe das Fest einst der ehemalige Kirchenmusikdirektor Gottfried Preller. „Das Festival ist dann gewachsen und irgendwann hat er es an den Kulturbetrieb abgegeben“, erinnert sich die Veranstalterin.

„Hier ist im Moment noch Baustelle, aber das hat Flair“, sagt Kitzig in der Oberkirche. Dort werden am Samstag „Antjes Weltempfänger“ ihre Musik zwischen Klezmer und Balkan-Klängen zum Besten geben. Dass in der Mitte des Kirchenschiffes der Fußboden fehlt, störe dabei nicht: „Hier werden gerade neue Sandsteinplatten verlegt“, weiß Hausmeister Thomas Wall. „Bis Ende August wird das noch dauern.“ Die Kirchenbänke werden im vorderen Teil aufgebaut, sagt Kitzig. Die Klarinettistin Antje und ihre Band spielen auf dem Altar.

Wenige Meter weiter: Kontrastprogramm. Im „Haus zum wilden Hirsch“, einem Privathaus, soll die Berliner Polka, Ska und Punkband „Polkageist“ auftreten. Seit 15 Jahren wohnt dort Ulrich Scholze: „Cooles Haus, cooler Hof, coole Leute“, sagt er kurz und knapp über das Haus am Pfarrhof und dessen Bewohner, die auch beim Bachevent Haus und Hof zur Verfügung stellten. „Das ist lebendige Mucke, wir machen das gerne.“

Jonglage und im nächsten Hof Jazz

Nächster Hof, hinter dem Bauamt: Gleich zwei Künstler sollen dort zeitversetzt performen. Im unteren Teil des Hofes könne zu Tango, Latin und Jazz das Tanzbein geschwungen werden, oben sorge Kaspar Gross mit Jonglage und einem superkleinen Fahrrad für Stimmung.

Weiter geht es vorbei am Rathaussaal, wo in diesem Jahr das Improvisations-Theater „Comedy-Company“ das Publikum zum Lachen bringen wird, in Richtung Waidhaus: „Ich suche auch immer Gebäude heraus, die eine Geschichte haben“, sagt Kitzig. In der kleinen Broschüre, die es zum Festival gibt, können Besucher die Historie der Häusern nachlesen: „Die Geschichten recherchiere ich selbst – im Stadtarchiv oder in der Chronik“, sagt Kitzig.

Erwartet werden zwischen 500 und 1000 Leute. „Als der chinesische Staatszirkus hier war, hatten wir fast 1000 Gäste“, erinnert sich die Veranstalterin. Größer sollte es aber auch nicht werden, findet sie: „Dann würde es seinen Charme verlieren.“