Presse: Von Sorgenkindern und erfolgreichen Projekten

Thüringer Allgemeine am 1. Juni 2018

Das Büro für Stadtentwicklung begleitete im vergangenen Jahr zahlreiche Sanierungsvorhaben in der Innenstadt.

Auch mit Hilfe der Städtebauförderung wird das Schlossmuseum saniert. Derzeit legen Fachleute Hand an die bislang unverputzten Teile der Fassade an. Foto: Britt Mandler

Arnstadt. Leise summt es auf dem Baugerüst, das den Nordflügel des Schlossmuseums umgibt. Ein Blick nach oben verrät: Die Fassade wird geputzt und damit wetterfest gemacht. Das ist dringend nötig, um im Inneren des Nordflügels weiter sanieren zu können. Preziosen wie das Schmelzzimmer waren hier einst untergebracht – und sollen nach Abschluss der Arbeiten auch wieder zugänglich sein.

Die wertvolle Bibliothek, weitere Ausstellungsräume, Depotflächen und mehr sollen hier Platz finden. Bauherrin ist die Stadt, die bei der Planung und Beantragung von Fördermitteln tatkräftige Unterstützung seitens des Büros für Stadtentwicklung erhält. Doch nicht nur beim Schlossmuseum sind die Experten unter Leitung von Karola Hentschel aktiv. Die Chefin zog jetzt im Bauausschuss eine Jahresbilanz.

Hentschel und ihre Kollegen sind immer dann gefragt, wenn es um denkmalgeschützte Gebäude und Gelder aus dem Städtebauförderprogramm geht.

Im Verlaufe eines Jahres kommt da einiges zusammen, rechnete sie im Ausschuss vor. Nicht nur in Sachen Schlossmuseum war ihr Büro involviert. Neben der Sicherung des Nordflügels betraf das auch die Vorbereitungsarbeiten für die Sanierung des Kellers und den Neubau eines Aufzugs. Sie begleitete zudem die Sanierung der Turnhalle an der Hammerecke – immerhin ein 1,35-Millionen-Euro-Vorhaben – sowie die Neugestaltung der Freifläche im Prinzenhof. Dies war nötig, um trockenen Fußes und ebenerdig in den frisch sanierten Veranstaltungskeller zu gelangen. Ein weiteres Investitionsprojekt war die Installation einer Toranlage im Dammweg, die den Schlossgarten vor unberechtigter Befahrung schützen soll. Auch in Sachen Citymanager ist das Büro für Stadtentwicklung eingebunden. Derzeit laufen Workshops, in denen Vertreter der Stadt und der Händlerschaft definieren, welche Erwartungen sie an einen Citymanager haben und welche Aufgaben er übernehmen soll. Stehen diese Ziele fest, werden entsprechende Fördergelder beantragt, damit der Citymanager seine Arbeit aufnehmen kann. Er soll wichtige Impulse zur Wiederbelebung der Innenstadt geben.

Das sogenannte Immobilien- und Leerstandsmanagement bleibt aber eine Aufgabe des Büros für Stadtentwicklung. Seit Jahren erfassen Karola Hentschel und ihre Kollegen akribisch, in welchem Zustand sich die Häuser in der Innenstadt befinden. Für so manche leer stehende Immobilie wurden in den vergangenen Jahren neue Besitzer gefunden. So bietet das Büro derzeit in Kooperation mit den Eigentümern das Haus Unterm Markt 6 zum Verkauf an. Denkbar sei, dass die Stadt hier als Zwischenerwerber auftritt, Sicherungsarbeiten durchführen lässt und das Objekt dann weiterverkauft, skizzierte Hentschel einen Weg, der in der Vergangenheit schon mehrfach erfolgreich praktiziert wurde.

Sie verschwieg aber nicht, dass es nach wie vor Sorgenkinder in Arnstadt gibt, etwa die Kleine Rosengasse 8 / 10 / 12. Hier liefen bisher alle Verkaufsbemühungen ins Leere. Auch die Jakobsgasse 24 / 26 ist nach wie vor zu haben.

Für das Grundstück am Plan 5 / 7 indes fand sich ein neuer Eigentümer, der nun einen Neubau errichten wird.

Sorgen bereitet Hentschel auch die Oberkirche. Süd- und Ostwand und Kreuzgang wurden zwar saniert. Dort gibt es noch Restarbeiten. Dann folgt die Sanierung des Kreuzhofes. Der marode Kirchenfußboden aber liegt weiterhin brach. 200 000 Euro kostet seine Reparatur. Fördergelder gibt es dafür nicht, auch die Eigenmittel fehlen, so dass die Fertigstellung auf sich warten lässt.

Dafür gab es Zuschüsse, um am Museumsdepot, in der Mittelgasse 6, am Kohlenmarkt 7 und an anderen Objekten arbeiten zu können.

Auch, wenn es Stück für Stück vorwärts geht, leicht ist es nicht, betonte Hentschel. Denn es wurden Förderrichtlinien verändert, so dass nicht mehr für alle Vorhaben Gelder abgerufen werden können. Das dürfte manches Projekt verzögern.

Britt Mandler / 01.06.18

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