Presse: Arnstadt: Bedeutende Grabplastiken erinnern an Schwarzburger

Thüringer Allgemeine am 16. März 2018

 

Sonderführung in der Oberkirche ergänzt Ausstellung im Schloss

Sargträger gehören zum Figurenprogramm des schwarzburgischen Hochgrabes aus dem 14. Jahrhundert in der Liebfrauenkirche Foto: Tim Erthel

Arnstadt. Das letzte Ausstellungsgespräch zur Sonderausstellung „Wandel & Beständigkeit. Die Reformation in Arnstadt und Umgebung“ findet am heutigen Freitag statt. Treffpunkt ist ausnahmsweise nicht im Schlossmuseum in Arnstadt. Vielmehr finden sich Interessierte um 15.30 Uhr an der Oberkirche ein.

Der Erfurter Historiker und Kunsthistoriker Tim Erthel führt in die Aussagekraft von Grabdenkmälern ein. Erthel ist einer der führenden Fachleute auf diesem Gebiet und hat sich eingehend mit den Grabplatten und Epitaphen in der Oberkirche und in der Liebfrauenkirche befasst.

 

Er betont die Stellung der Objekte in Arnstadt: „In beiden Kirchen gibt es herausragende, auch überregional bemerkenswerte Zeugnisse der Grabplastik, gerade aus dem Mittelalter.“ Als Beispiele nennt er die Grabtumba der Schwarzburger in der Liebfrauenkirche oder den jüngst aufgefundenen Grabstein eines Ritters in der Oberkirche, der bei der Sanierung des Fußbodens des Gotteshauses zum Vorschein kam.

 

Gerade die Schwarzburger haben sich mit verschiedenen Denkmälern vom 14. bis ins 16. Jahrhundert in beiden Kirchen verewigt. In der Oberkirche sind gerade die Bestände aus dem 16. Jahrhundert bedeutend.

 

Hier haben sich in einigen Fällen Grabplatten und Epitaphe (so heißen die steinernen Andachtsbilder, die an den Verstorbenen erinnern sollen) parallel erhalten. So sind auch Rückschlüsse auf die Funktion des Erinnerns möglich. Nach der Reformation diente die Oberkirche als Residenzkirche der Schwarzburger und so ließen sich viele Räte und Hofbedienstete hier bestatten.

 

Die Führung zu den kunst- und kulturhistorisch wichtigsten Beispielen schlägt den Bogen zu den Beispielen in der Sonderausstellung. Dort wurde ebenso das Totengedenken als ein wichtiger Punkt des reformatorischen Wandels behandelt.

 

Die Reformations-Sonderausstellung ist noch bis zum 8. April im Schlossmuseum in Arnstadt zu sehen.

 

Martin Sladeczek ist der Reformationsbeauftragte des Kirchenkreises Arnstadt-Ilmenau und der Kurator der aktuellen Sonderausstellung zur Reformation in Arnstadt und Umgebung im Schlossmuseum.

 

Martin Sladeczek / 16.03.18

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