Presse: Luther mitten auf dem Kreisel in Arnstadt

Thüringer Allgemeine am 25.04.2017

 

Am Donnerstag beginnt die Vortragsreihe „Reformation hautnah“ zum 500-jährigen Reformationsjubiläum in Arnstadt.
 
Superintendentin Angelika Greim-Harland, Undine Swatek von der Stadtverwaltung und der Reformationsbeauftragte Martin Sladeczek am Straßburg-Kreisel, der "luthermäßig" bepflanzt wurde. Foto: Hans-Peter Stadermann Superintendentin Angelika Greim-Harland, Undine Swatek von der Stadtverwaltung und der Reformationsbeauftragte Martin Sladeczek am Straßburg-Kreisel, der „luthermäßig“ bepflanzt wurde. Foto: Hans-Peter Stadermann
 

Arnstadt. Ein großes Luther-L, die Zahl „500“ und zwei große Luther-Rosen, dazu Tausende Frühlingsblüher und Kressepflanzen zeugen auf dem Straßburg-Kreisel in Arnstadt vom Reformationsjahr.

 

Fußgänger haben die Muße, die Farbenpracht zu bestaunen, Autofahrer wohl eher nicht. Sie sollten sich auf den Verkehr konzentrieren. Ein Lastwagenfahrer hat das offensichtlich kürzlich nicht getan, er ist schon über das Luther-L gefahren und hat dort seine Spuren hinterlassen – die aber schon wieder langsam zuwachsen, auch wegen dem Hauch von Frühling am Montag. Da verwiesen Superintendentin Angelika Greim-Harland und der Reformationsbeauftragte der evangelischen Kirche, Martin Sladeczek, auf den Beginn der Vortragsreihe „Reformation hautnah“ am kommenden Donnerstag. Dort wird ab 19.30 Uhr zu „1525 statt 1517 – Reformation in Arnstadt“ in die Oberkirche eingeladen. Sollte es dort aber dafür zu klein sein, weicht man kurzfristig in den benachbarten Gemeindesaal aus. Treffpunkt für alle Interessierten ist aber auf alle Fälle die Oberkirche.

 

In dem Vortrag geht es nicht so sehr um den allgegenwärtigen Luther, sondern vielmehr darum, was die Reformation vor 500 Jahren eigentlich hier in der Region für den normalen Bürger, den kleinen Mann bedeutete, so Sladeczek. Und es geht um den Widerspruch des damals katholisch geprägten Grafenhauses und der vorwiegend schon protestantisch eingestellten Bürgerschaft von Arnstadt. Sladeczek, der den Vortrag am Donnerstag hält, setzt damit auch den Auftakt dieser Reihe mit insgesamt sieben Vorträgen zum Thema Reformation und Luther und zur im November beginnenden Ausstellung im Schlossmuseum zum Thema „Wandel und Beständigkeit“.

 

Der Straßburg-Kreisel in seiner jetzigen Form wird etwa bis Mitte oder Ende Mai so bleiben, dann haben die Frühlingsblüher ihre Pflicht und Schuldigkeit getan. Aber auch die sich anschließende Sommerbepflanzung soll auf das Reformationsjahr hinweisen, so Undine Swatek von der Stadtverwaltung.

 

Robert Schmidt / 25.04.17