Presse: Flügelaltar der Oberkirche ist restauriert

Thüringer Allgemeine am 06.08.2015

 

Arnstadt (Ilm-Kreis). Die Sanierung der Ostwand und Arbeiten gegen die Versalzung aus dem Boden sind für das Jahr 2016 eingeplant.

In der Oberkirche in Arnstadt ist jetzt der dreiteilige Altar, den Gräfin Katharina 1594 stiftete, wieder in voller Pracht zu sehen. Foto: Hans-Peter Stadermann
In der Oberkirche in Arnstadt ist jetzt der dreiteilige Altar, den Gräfin Katharina 1594 stiftete, wieder in voller Pracht zu sehen. Foto: Hans-Peter Stadermann

Während derzeit die Proben für den „Bach:Sommer“ in der Oberkirche auf vollen Touren laufen, wird auch über die weitere Ausstattung und Herrichtung der Kirche geredet. Denn die Oberkirche in Arnstadt soll bis zum Lutherjubiläum „500 Jahre Reformation“ im Jahr 2017 fertig sein.

 

Fertig restauriert ist jetzt der dreiteilige Altar, den Gräfin Katharina 1594 aus dem Inventar des Schlosses Neideck in die Kirche gestiftet hat. Durch das Gemälde des niederländischen Malers Frans Floris († 1572) ist es wohl das bedeutendste Kunstwerk der Oberkirche, heißt es vom Verein.

 

Das Kunstwerk, beim Blick auf den Altar links oben an der Nordwand, ist in den letzten Wochen durch die Restauratorin Claudia Krottasch (geborene Marschner) fertiggestellt worden. Für das nächste Jahr sind Arbeiten an der Ostwand, hinter dem Altar der Oberkirche, geplant, wie Oliver Bötefür, Mitglied des Gemeindekirchenrates und im Verein Oberkirche Arnstadt, sagt.

 

Diese Innenraumsanierung ist dringend nötig. Von außen ist die Wand bereits in Ordnung gebracht. Innen müssen aber die Fensterwände hergerichtet werden, Farbfassungen überprüft und erneuert werden.

 

In dem Zusammenhang wird zum wiederholten Male überlegt werden, wie das Gesamtbild mit Altar und den Grabplatten an der Ostwand entkoppelt werden kann, um ungehinderten Blick auf diese wertvollen Ausstattungen zu haben. Vor allem der Stein von Hüttenmeister Fischer zählt in seiner Pracht und farblichen Ausstattung als seltenes Zeugnis aus dieser Zeit.

 

Es ist exakt der Grabstein für Georg Fischer (†1505), ehemaliger Besitzer der Schmelzhütten Am Kupferrasen in Arnstadt. Es ist der künstlerisch bedeutsamste Stein in der Reihe der Grabplatten an der Ostwand der Oberkirche. Er stellt die „Gregorsmesse” dar und ist intensiv farblich gestaltet und erhalten.

 

Wie Bötefür weiter sagt, sollen an der Ostwand vor allem Schäden durch eindringende Salze gestoppt werden, die auch die auf dem Steinboden stehenden Grabplatten schädigen könnten. „Gegen die Versalzung aus dem Boden sollen Folien zwischen Platten und Boden und zwischen Wand und Grabsteine gebracht werden.

 

Frank Buhlemann / 06.08.15 / TA