Presse: Josa brachte den Frühling in die Oberkirche

Thüringer Allgemeine am 05.05.2015

 

Arnstadt (Ilm-Kreis). Konzert des Thüringer Barden geriet zu einer sehr familiären, aber doch eindrucksvollen Veranstaltung.

Josa begeisterte seine Zuhörer in der Oberkirche. Schon mehrfach trat er beim Kneipenjazz auf. Sein Repertoire passte perfekt in das Gotteshaus. Foto: Britt Mandler
Josa begeisterte seine Zuhörer in der Oberkirche. Schon mehrfach trat er beim Kneipenjazz auf. Sein Repertoire passte perfekt in das Gotteshaus. Foto: Britt Mandler

 

Er ist der bescheidene Mensch geblieben, wie man ihn seit seinen wiederholten Auftritten im „Kneipenjazz“ des Jazzweekend Arnstadt kennengelernt hat. Inzwischen treibt er sein Understatement noch weiter, indem er sich in der Konzertpause als „Nicht-Musiker“ outete mit der Begründung, er könne wegen privater Bautätigkeit derzeit nicht genug üben.

 

Dieser liebenswürdige Zeitgenosse bewies allerdings in seinem Konzert, dass er nach wie vor ein großartiger Musiker ist, wenn auch eher Musikant als Virtuose. Trotzdem waren seine sonore Stimme und sein Spiel auf Mundharmonika und Gitarre, besonders der Slide-Gitarre, sehr vielseitig und beeindruckend. Gekonnt zeigte er, dass er die zahlreichen Spielarten von Rock und Pop, Liedern oder Country und Blues perfekt zu behandeln versteht.

 

Er liebe die Kontraste, erklärte er, und folgerichtig begeisterte er das Publikum mit Liedern mit und ohne Botschaft, mit deutschem oder englischem Text, die seine Vorbilder Steven Stills, Bob Dylan oder Cat Stevens immer wieder durchschimmern ließen. Zu den Liedern mit Botschaft gehörten unter anderem die Anklage gegen Hundehalter, die ihren harmlosen Liebling Kinder beißen lassen, oder die beiden seinen Großvätern gewidmeten Gedenklieder.

 

Erstaunlicherweise spürt er sogar Kontrasten nach, wenn es um die Musik desselben Musikers ging. So spielte er von Jimi Hendrix seine wildeste Nummer „Voodoo Chile“, dessen faszinierendes Riff auch akustisch hervorragend herüberkam, und die sanfteste Nummer, die Liebesballade „Little Wing“. Auch der Meister aller Liedermacher Bob Dylan durfte nicht fehlen. Von ihm gab es diesmal nicht sein wunderbares „Cup of coffee“, sondern das bitterböse Liebeslied „New Pony“.

 

Nach der Pause, in der sich so mancher mit rotem Wein gegen die Kirchenkälte zu wappnen suchte, wurde das Konzert noch familiärer. Die ersten Kinder begannen zu tanzen und alsbald taten einige Erwachsene es ihnen nach. Zuletzt gelang es Josa, das Publikum zu begeistertem Mitklatschen zu bewegen und in der Zugabe „Hallelujah“ von Leonhard Cohen erreichte er sogar, dass der ergreifende Refrain vom Publikum emphatisch mitgesungen wurde.

 

Klaus Ehring / 05.05.15 / TA