Presse: Ausstattung der Kirchen-Nordwand folgt auf den Adelsstand

Thüringer Allgemeine am

 

Arnstadt (Ilm-Kreis). Winterpause in der Oberkirche beendet. Besucher können wieder restaurierte Kunstwerke betrachten.
Der Adelsstand wurde wieder vervollständigt und konserviert. Besichtigungen sind jeweils samstags und sonntags 11 bis 15 Uhr möglich. Foto: Frank Buhlemann
Der Adelsstand wurde wieder vervollständigt und konserviert. Besichtigungen sind jeweils samstags und sonntags 11 bis 15 Uhr möglich. Foto: Frank Buhlemann

 

Die Winterpause endete am Samstag in der Oberkirche. Seit Mittag war dieses besondere Gotteshaus wieder für Besucher geöffnet. Allerdings gab es gleich zu Beginn eine Einschränkung. Wegen eines Trauergottesdienstes mussten sich Besucher, die einen Blick in das Innere der Kirche werfen wollten, gedulden.

 

Die Trauerfeier galt Susanne Richter, einer Gemeindekirchenrätin, die sich sehr für den Erhalt der Oberkirche eingesetzt hatte, aber leider wegen einer schweren Erkrankung die Fertigstellung der Kirche 2017 nun nicht mehr erleben kann.

 

Wie es aus dem Verein Oberkirche heißt, soll in diesem Jahr die Nordwand im Kircheninneren wieder vervollständigt werden. Dort ist derzeit nur ein hölzerner Aufgang und der Deckel einer Kanzel zu sehen.

 

„In diesem Jahr sollen die restaurierte Kanzel samt Zugang, ein Kruzifix sowie ein Epitaph, welches auf die Cranachschule zurückgeht und zwei Bilder wieder an der Nordwand platziert werden“, erklärte Oliver Bötefür, der gerade auf den Mitteldeutschen Rundfunk wartete, der sich ebenfalls für die Oberkirche interessiert und sich zu einer Sendung angekündigt hatte. Die umfangreichen Kulturgüter in der Oberkirche und speziell für die Nordwand sind derzeit zwar bereits in der Restaurierung, aber Spender werden dennoch gesucht, hieß es. Nur durch umfangreiche private Spenden von Stiftungen oder Privatpersonen sowie durch großzügige Mittel aus dem Denkmalschutz konnte die Kirche bereits so wieder hergerichtet werden, wie sie sich nun nach der Winterpause im Inneren für die Gäste präsentiert.

 

Der Adelsstand erstrahlt im alten Glanz, vervollständigt und konserviert. Mitten in der Kirche erhebt sich die Taufe mit sämtlichen Figuren. Dort haben auch schon die ersten Taufen stattgefunden.

 

Die Taufe markiert zugleich einen Punkt, wo die räumliche Trennung zwischen dem kirchlichen Teil in Richtung Altar und dem weltlichen bis zur Orgel vollzogen wird. Denn die Oberkirche soll zu einer multifunktionalen Kirche mit unterschiedlichen Nutzungen werden.

 

Grundsätzliches Ziel ist die Fertigstellung der Oberkirche bis zum Lutherjubiläum (500 Jahre Reformation) im Jahr 2017. Bis dahin muss noch viel gerichtet werden. Dazu zählt die Wiederherrichtung des großen Fürstenstandes, der sich gegenüber dem bereits überarbeiteten Adelsstand befindet. Auch an letzterem sind noch Bilder im unteren Teil nicht angebracht.

 

Unterschiedliche Überlegungen gibt es zu Blickachsen in der Oberkirche. Die große Menge an wertvollen und ausstellungswürdigen Kunstwerken macht es zugleich schwierig, die Blicke der Besucher auch so zu lenken, dass die Kunstschätze zur Geltung kommen.

 

Im Gespräch mit Besuchern, die zur Besichtigung in die Oberkirche kamen, wurde nebenher die Frage gestellt, warum denn keine Gottesdienste in der schönen Kirche abgehalten werden. Zumal gerade, zwar notdürftig, Kirchenbänke aufgestellt worden waren.

 

Frank Buhlemann / 02.03.15 / TA