Presse: Neue Konzertreihe schlägt Brücken in den hohen Norden

Thüringer Allgemeine vom 21.08.2014

 

Arnstadt (Ilmkreis). In der Bachkirche wird am Sonntag „Musica Punct Fünf“ eröffnet. Vier weitere Veranstaltungen folgen.

Kantor Jörg Reddin freut sich auf die Premiere seiner ersten Konzertreihe "Musica Punct Fünf" am 24. August. Foto: Hans-Peter Stadermann
Kantor Jörg Reddin freut sich auf die Premiere seiner ersten Konzertreihe „Musica Punct Fünf“ am 24. August. Foto: Hans-Peter Stadermann

Still sitzen – das ist nichts für Arnstadts Kantor Jörg Reddin. Selbst im Urlaub gelang es ihm nicht, gänzlich die Finger von der Arbeit zu lassen. Er gestaltete ein Plakat und verschickte es an sämtliche touristische Anbieter in der Region.

 

Schließlich ging es ihm um ein Herzensprojekt – die erste eigene Konzertreihe, die unter seiner Federführung ins Leben gerufen wird. „Musica Punct Fünf“ hat Jörg Reddin die Reihe getauft, die am 24. August ihre Premiere feiern wird.

 

Immer sonntags um 17 Uhr soll es besondere künstlerische Angebote geben – in der Bachkirche, aber auch in anderen Gotteshäusern in Arnstadt.

 

Neue Reihe umfasst vorerst fünf Konzerte

Fünf Konzerte hatReddin vorerst geplant. Die Reihe soll aber in den nächsten Monaten fortgeführt werden.

 

Zum Auftakt holt der Kantor ein wenig alte Heimat in die Bachkirche. Christiane Werbs und Christian Packmohr werden am 24. August an Orgel und Trompete zu erleben sein mit Werken skandinavischer Komponisten. Auf einer Leinwand sind während des Konzerts Landschaftsimpressionen zu sehen. Jörg Reddin freut sich auf dieses Konzert ganz besonders. „Christiane Werbs war meine erste Orgellehrerin“, verrät der Kantor. In der Stadtkirche von Warnemünde machte er sich mit der Königin der Instrumente vertraut, bekam auch sonst von der Kirchenmusikdirektorin viele Tipps mit auf den Weg.

 

Christian Packmohr, der als Solotrompeter an der Norddeutschen Philharmonie in Rostock arbeitet, studierte in Weimar. „Für ihn ist das Konzert also auch so eine Art Heimspiel.“

 

Am 31. August findet das Sonntagskonzert erneut in der Bachkirche statt. Anlässlich des 80-jährigen Bestehens des Bachchors gibt es ein großes Chor- und Orchesterkonzert mit der Thüringen Philharmonie Gotha, das vom Freistaat Thüringen unterstützt wird.

 

Doch nicht Bach-Werke werden an diesem Abend erklingen, sondern unbekannte Kirchenmusik aus der Feder der Opernkomponisten Georges Bizet und Giacomo Puccini. „Das sind richtige Ohrwürmer“, verspricht Veranstalter Jörg Reddin.

 

Zum Stadtfest am 7. September erklingt in der Liebfrauenkirche Kammermusik von Bach, Vivaldi und Händel. Deren Werke kommen angesichts der tollen Akustik der Kirche besonders gut zur Geltung.

 

In der Woche darauf wird deutschlandweit der Tag des offenen Denkmals begangen. Auch die Oberkirche werden wieder viele Neugierige ansteuern, denn sie wird derzeit restauriert. Um 17 Uhr soll hier ein Klezmerkonzert erklingen. „Auch das ist eine Art der Kirchenmusik“, begründet Jörg Reddin die Auswahl.

 

Vorläufiger Abschluss der Reihe ist am 21. September in der Bachkirche. „Um Mitternacht – Die Geschichte des Nicolaus Bruhns“ ist diese Konzertlesung überschrieben. Reddin ist an diesem Abend selber an der Wender-Orgel zu erleben. „Das Konzert führt uns wieder in den Norden“, verrät er. Denn dort ging Bach einst zur Schule – und dort suchte er Buxtehude auf, um von ihm zu lernen. Doch nicht nur dieser Komponist hatc Johann Sebastian Bach beeindruckt. Carl Philipp Emmanuel Bach schrieb später, dass ihm auch Bruhns ein Vorbild war. „Über diesen Komponisten wissen wir leider nicht viel“, sagt Jörg Reddin. Bruhns starb schon in seinen 30ern. Jörg Reddin bringt zum Abschlusskonzert Werke sowohl von Buxtehude als auch von Bruhns zu Gehör. Und Marcus Brien aus Bonn greift zu Andreas Nohrs Roman über Nicolaus Bruhn und lässt die Besucher teilhaben an den Dingen, die über das Leben des Komponisten bekannt sind.

 

Der Vorverkauf für die Konzertreihe hat bereits begonnen. Tickets die je nach Konzert zwischen acht und 15 Euro kosten, gibt es in der TouristinformationArnstadt und natürlich auch am Einlass. Auch Karten zu ermäßigten preisen, etwa für Studenten, Auszubildende, Zivis, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und Schwerbehinderte, gibt es. „Und für Schüler ist der Eintritt frei“, betont der Kantor.

 

Beginn ist jeweils sonntags um 17 Uhr. Dafür steht auch der Name der Reihe „Musica Punct Fünf“, die im neuen Jahr eine Fortsetzung finden soll. Am Programm arbeitetJörg Reddin bereits. Denn die Hände in den Schoß legen – das ist für den Kantor nichts. Er liebt es, Projekte voranzubringen. Zumal, wenn es Herzensprojekte sind.

 

Britt Mandler / 21.08.14 / TA