Presse: Zugang zur Reformationszeit einfach und allgemeinverständlich

Thüringer Allgemeine vom 12.07.2014

 

Arnstadt (Ilmkreis). Zum 500. Jahrestag der Reformation 2017 will Arnstadt mit sanierter Oberkirche und vielen Veranstaltungen punkten.

Pfarrer Thomas Kratzer im im Umbau befindlichen Kreuzgang in der Oberkirche Arnstadt mit einem wertvollen Luther-Erstdruck aus dem Jahr 1520. Er soll zum 500. Reformationsjubiläum zu sehen sein. Foto: Hans-Peter Stadermann
Pfarrer Thomas Kratzer im im Umbau befindlichen Kreuzgang in der Oberkirche Arnstadt mit einem wertvollen Luther-Erstdruck aus dem Jahr 1520. Er soll zum 500. Reformationsjubiläum zu sehen sein. Foto: Hans-Peter Stadermann

 

„Luther 2017“ – eine Marke, die auch am kommenden Montag im Mittelpunkt desLuther-Disputs in der Bachkirche stehen wird, beschäftigt nicht nur die evangelische Kirche schon seit geraumer Zeit. Das Jubiläum „500 Jahre Reformation“ wird inThüringen insgesamt gebührend gewürdigt.

 

Zur Erinnerung: 1508 kommt der MönchMartin Luther nachWittenberg. 1517 veröffentlicht er seine berühmten 95 Thesen. Die Reformation beginnt. In der Lutherdekade 2008 bis 2017 wird das weite Themenspektrum der Reformation von allen Seiten beleuchtet. Auch inArnstadt. „Ja, natürlich warLuther auch inArnstadt“, sagt PfarrerThomas Kratzer. Um dann noch lächelnd hinzuzufügen: „Aber nur für eine Nacht“.

 

1506 hatte sich der Augustinermönch in der Bach-Stadt mit anderen Mönchen getroffen. „Martin Luther ist in der Vorbereitung des Jahres 2017 daher bei uns eher marginal anzusehen“, sagt der Pfarrer der Arnstädter Oberkirche. Die Würdigung mit dem Fokus auf den großen Reformator überlasse man den Städten, in denen er intensiv gewirkt habe -Erfurt,Eisenach,Eisleben,Wittenberg. „Wir haben eine andere Ausrichtung“, sagtKratzer. Synergien seien aber vorstellbar.

 

Auf drei Säulen, soKratzer, wolle man sich inArnstadt stützen. Säule 1: Die sanierte Oberkirche werde für sich sprechen, ist er sicher. Bis 2017 soll die wesentliche Sanierung abgeschlossen sein. In der Ausstellung in der Oberkirche könne man aber jetzt schon die gesamte Reformationsgeschichte ablesen.

 

Wegen des großen Interesses von Touristengruppen fürArnstadts Kirchen biete man dort nun samstags und sonntags jeweils zwischen 11 und 15 Uhr Sonderführungen an und ergänze damit das Angebot von Bach- und Liebfrauenkirche.

 

PfarrerKratzer erläutert Säule Nr.2: Was kann man in der Oberkirche und in der Stadt für 2017 in Bewegung bringen?

 

Antwort: Etwas Authentisches soll her. Soll heißen, keinLuther-Hype, sondern die Spuren der Reformation in der Stadt nachvollziehbar machen. Am 16. September ist dazu im Gemeindehaus ein „Runder Tisch der Wissenden“ geplant.

 

Historiker, der Oberkirchen-Verein, Geistliche, Heimatgeschichtler, die hier gewirkt haben, Leute mit Fach- und Hintergrundwissen, auch Intellektuelle, die hier publiziert haben, werden gebeten, ihr Wissen auf ein Thema zu verjüngen, um daraus ein breites Veranstaltungsspektrum abzuleiten. „Aber nur ein einziges Projekt, mehr nicht, wir wollen uns nicht verzetteln“, betont PfarrerKratzer.

 

Säule 3: Kooperation mit dem Schlossmuseum. Man wolle 2017 gemeinsam Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum anbieten. Eine Sonderausstellung mit denLuther-Erstdrucken aus der Oberkirchenbibliothek steht jetzt schon fest.

 

Insgesamt, sagt PfarrerThomas Kratzer, solle bei allen Aktivitäten im Vordergrund stehen: Die Reformation, ihre Entstehung, ihre Zeit und ihre Auswirkungen sollen so aufbereitet werden, dass alles für viele Altersgruppen verständlich und einfach zugänglich gemacht wird.

 

Michael Keller / 12.07.14 / TA