Presse: Witz und Virtuosität im Akkordeonspiel glücklich vereint

Thüringer Allgemeine vom 24.06.2014

 

Arnstadt (Ilmkreis). Das Duo Elena und Ruslan Kratschkowski wurde am Freitagabend in der Arnstädter Oberkirche frenetisch bejubelt.

Taufe und Altar in der Arnstädter Oberkirche. Archivfoto: Hans-Peter Stadermann
Taufe und Altar in der Arnstädter Oberkirche. Archivfoto: Hans-Peter Stadermann

 

Und wieder einmal ist es dem „OberkircheArnstadt e.V.“ gelungen, ein spannendes und virtuoses Konzert in der Oberkirche, dem besten KlangraumArnstadts, zu präsentieren. Gerade ein Akkordeon ist ja wegen seiner Klangfülle besonders geeignet, die altehrwürdige Franziskaner-Hallenkirche mit dem Zauber der Musik zu erfüllen.

 

Die himmlische Akustik der Oberkirche wirkte umso mehr, als es sich bei dem Duo und Ehepaar Kratschkowski um Musiker handelt, die bereits seit 1994 zusammenspielen und dabei Witz und Virtuosität auf magische Weise zu verbinden wissen. Mit traumwandlerischer Dichte und Virtuosität und ungeheuer musikantisch führten sie das begeisterte Publikum durch die abenteuerlichen Klangwelten des Akkordeons.

 

Das spannende Konzert begann mit einer Verbeugung vor Bach und ließ dessen schwindelerregende Polyphonie so klangmächtig ertönen, dass man fast glaubte, eine Orgel zu hören. Großartig auch die Gegenüberstellung von Vivaldi und Piazzolla in Bearbeitungen des Frühling, Sommer und Winter.

 

Hier kontrastierte schwungvolle und lebensfrohe italienische Volksmusik zum exaltiert melancholischem argentinischen Tango. Mit dem deutsch-russischen KomponistenAlfred Schnittke (1934-98) ging es eher „neutönerisch“ zu, um dann mit dem feurigen „Säbeltanz“ von Chatschaturian in die Pause einzuleiten.

 

Umwerfend komisches russisches Wiegenlied

Jetzt konnte man, etwa bei einem trockenen Rotwein, die gerade eröffnete Fotoausstellung „Arnstadt Gestern & Heute“ bewundern, die noch bis zum 3. August 2014 jeweils an den Wochenenden zwischen 11 Uhr und 15 Uhr in der Oberkirche besichtigt werden kann.

 

In der zweiten Hälfte zeigte das seit 2006 inDresden lebende russische Duo eine noch direktere Seite seines Spielwitzes, indem es wie komödiantische Straßenmusiker einen unterhaltsamen und humorigen Trip durch die weltweite Volksmusik unternahm.

 

Umwerfend komisch war die Reise eines russischen Wiegenliedes unter anderem durch Moldawien, Georgien, China und Spanien bis zum Mississippi. Auf eine französische „valse musette“ folgte derb-bayrisches oder ein munteres serbisches Tanzlied. Insgesamt ging es jetzt so feurig-folkloristisch zu, dass sich ein Hauch von Rudolstadt ausbreitete und das Publikum begeistert mitklatschte und sogar kurz vorm Tanzen war.

 

  • Weitere Veranstaltungen: „Puppenspiel in der Oberkirche“ mit Falk P. Ulke, Programm für Kinder Dienstag, 24.6. und Mittwoch, 25.6. jeweils 9 und 10.15 Uhr und „Manuart – Programm für Erwachsene Mi ttwoch, 25.6. um 20 Uhr mit Falk P. Ulke, Schauspiel, Animation und Joachim Rosenbrück, Komposition, Musik

Klaus Ehring / 24.06.14 / TA