Presse: Wettbewerb „Verein des Monats“: Beim Perspektivwechsel 2014 geht es um Barmherzigkeit

Thüringer Allgemeine vom 20.04.2014

 

Arnstadt (Ilmkreis). Der Verein Oberkirche Arnstadt möchte die Oberkirche als besonderes Kulturgut hervorheben und mit einem Forum zum Zusammenleben bereichern.

In der Arnstädter Oberkirche wurde zum Tag des offenen Denkmals die restaurierte Taufschale präsentiert. Hier die Mitglieder des Kirchenrates Oliver Bötefür, Irene Eisenhardt und Sigmunde Munsche (von links). Foto: Christoph Vogel
In der Arnstädter Oberkirche wurde zum Tag des offenen Denkmals die restaurierte Taufschale präsentiert. Hier die Mitglieder des Kirchenrates Oliver Bötefür, Irene Eisenhardt und Sigmunde Munsche (von links). Foto: Christoph Vogel

Mit dem Projekt „Perspektivenwechsel“ will der Verein Oberkirche in diesem Jahr wieder ein Achtungszeichen setzen. Neben der sehr aktiven Vereinsarbeit rund um die Erhaltung und Belebung der Oberkirche geht es in dem Vorhaben, einem öffentlichen Mitmachprojekt, wo sich jeder einbringen kann, unter den Titel „Die Werke der Barmherzigkeit – die Gefangenen trösten“ um Barmherzigkeit und Hilfe für Betroffene auf beiden Seiten. Gerade vor dem Hintergrund des gegenwärtig kurz vor Vollendung stehenden Neubaus der Jugendstrafanstalt vor den Toren von Arnstadt erscheint dem Oberkirchenverein das Thema aktuell und brisant.

 

Renate Rupp vom Verein Oberkirche
Renate Rupp vom Verein Oberkirche

Rupp: „Uns sind die Opfer genauso wichtig wie die Täter, manchmal müssen die in einer Gemeinde nah beieinander leben.“ Letztlich geht es darum, Wege zueinander zu finden. Gemeinschaften aus Menschen brauchen Schutz und sie müssen sich auseinandersetzen.

 

Deshalb werden am 25. September ganz unterschiedliche Leute beieinander sitzen und miteinander reden. Ein Richter, ein Mann von der Opferorganisation Weißer Ring, Kirchenvertreter, Betroffene, die Leiterin der Jugendstrafanstalt.

 

Moderiert wird die Podiumsdiskussion in der Oberkirche von Matthias Gehler, Hörfunkchef bei Radio Thüringen. Auch Ex-Fußballer Rüdiger Schnuphase soll kommen. Er trainiert mit Straftätern im alten Knast in Ichtershausen und kann über seine Erfahrungen als Ehrenamtlicher berichten. Bilder und Musik, eventuell von Gefangenen, sollen als Einstieg in die Debatte dienen.

 

Rupp: „Uns als Verein kommt es darauf an, nicht nur ein Blitzlicht zu setzen, sondern nachhaltig etwas zu bewirken, wir wollen Ängste abbauen und das Verstehen fördern.“

 
Verein Oberkirche

  • Der Oberkirchenverein hat 52 Mitglieder im Alter von 25 bis 80 Jahren
  • Es ist unabhängig , offen für jeden ungeachtet religiösen Orientierung.
  • unterstützt die  Sanierung und Belebung von Kirchen und Klöster
  • Unter dem Motto „Geschichte erhalten. Kultur erleben“ soll die Oberkirche restauriert und auch mit Leben erfüllt werden.
  • 2014 sind Konzerte, Kunstmarkt, Ausstellungen und  das Projekt „Perspektivenwechsel“ geplant.

 

Frank Buhlemann / 20.04.14 / TA