Presse: Verein des Monats: Barmherzigkeit mit denen, die Hilfe der Gesellschaft nötig haben

Thüringer Allgemeine vom
Arnstadt (Ilmkreis). Verein Oberkirche bewirbt sich um Zuschuss für Projekt, bei dem es um Sicherheit und Wiedereingliederung geht.

 

In der sehr gut gefüllten Arnstädter Oberkirche gastierte auch das Vokalensemble "canta d'elysio". Bei den Mitgliedern handelt es sich um ehemalige Sänger des Dresdner Kreuzchores sowie des Leipziger Thomanerchores. Archiv-Foto: Christoph Vogel
In der sehr gut gefüllten Arnstädter Oberkirche gastierte auch das Vokalensemble „canta d’elysio“. Bei den Mitgliedern handelt es sich um ehemalige Sänger des Dresdner Kreuzchores sowie des Leipziger Thomanerchores. Archiv-Foto: Christoph Vogel

„Wir wollen das Wort Barmherzigkeit aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und mit der Gegenwart verknüpfen. Als Grundlage dafür dient uns eines der Bilder am Adelsstand in der Oberkirche“, sagt Renate Rupp vom Verein Oberkirche. Und es soll keinesfalls eine trockene Diskussion werden, sondern ein öffentliches Mitmachprojekt, wo sich jeder einbringen kann.

 

Und es soll keinesfalls eine trockene Diskussion werden, sondern ein öffentliches Mitmachprojekt, wo sich jeder einbringen kann.

Renate Rupp vom Verein Oberkirche kümmert sich mit anderen um die "Perspektivenwechsel". Foto: Frank Buhlemann
Renate Rupp vom Verein Oberkirche kümmert sich mit anderen um die „Perspektivenwechsel“. Foto: Frank Buhlemann

Das Projekt dafür haben die Vereinsmitglieder „Perspektivenwechsel“ genannt. Bibelbilder sind die Grundlage. Darauf aufbauend soll jeweils ein Kulturhöhepunkt entwickelt werden, der in der Oberkirche Menschen, die sich mit dem Thema beschäftigen, zusammenbringt.

 

2013 wurde das Projekt mit Erfolg gestartet. „Kain und Abel – Von Toleranz und Respekt“ war das Thema. In diesem Jahr wurde „Die Werke der Barmherzigkeit – die Gefangenen trösten“ als Fortsetzung gewählt.

 

Das Bild dazu gehört an die Brüstung des Adelsstandes in der Oberkirche. Dort waren insgesamt 19 biblische Szenen dargestellt, die wieder hergestellt werden sollen. Die Barmherzigkeitsszene ist

Fragment eines Bildes aus der Oberkirche zum Thema Barmherzigkeit, Gefangene trösten. Für die aktuelle Veranstaltung wurde es verbunden mit einem Gefängnisturm aus Ichtershausen. Collage: Hans-Georg Rupp
Fragment eines Bildes aus der Oberkirche zum Thema Barmherzigkeit, Gefangene trösten. Für die aktuelle Veranstaltung wurde es verbunden mit einem Gefängnisturm aus Ichtershausen. Collage: Hans-Georg Rupp

stark beschädigt und soll restauriert werden. Große Teile des Bildes sind nicht zu erkennen. Die Restaurierung wird circa 5000 Euro kosten, wie Fachleute die Situation einschätzen.

 

Ein Flyer als Werbung für die Veranstaltung „Perspektivenwechsel“ am 25. September ist bereits fertig. In der Überschrift sind Buchstaben gegeneinander gedreht, um auch junge Leute aufmerksam zu machen, heißt es. „Wir haben im Vorfeld auch getestet, was Schülern heute das Wort Barmherzigkeit überhaupt noch sagt. Das Fazit ist, dass die jungen Leute damit überwiegend positive Gefühle verbinden“, sagt Renate Rupp.

 

Gerade vor dem Hintergrund des gegenwärtig kurz vor Vollendung stehenden Neubaus der Jugendstrafanstalt vor den Toren von Arnstadt erscheint dem Oberkirchenverein das Thema aktuell und brisant.

 

Tausende Besucher kommen alljährlich zum Bach-Advent in die Oberkirche. Die Kirche ist ein wichtiger Kulturtreffpunkt in Arnstadt.Archiv-Foto: Hans-Peter Stadermann
Tausende Besucher kommen alljährlich zum Bach-Advent in die Oberkirche. Die Kirche ist ein wichtiger Kulturtreffpunkt in Arnstadt.Archiv-Foto: Hans-Peter Stadermann

Rupp: „Uns sind die Opfer genauso wichtig wie die Täter, manchmal müssen die in einer Gemeinde nah beieinander leben.“

 

Letztlich geht es darum, Wege zueinander zu finden. Gemeinden aus Menschen brauchen Schutz und sie müssen sich auseinandersetzen.

 

Matthias Gehler, Hörfunkchef bei Radio Thüringen. Auch Ex-Fußballer Rüdiger Schnuphase soll kommen. Er trainiert mit Straftätern im alten Knast in Ichtershausen und kann über seine Erfahrungen als Ehrenamtlicher berichten. Bilder und Musik, eventuell von Gefangenen, sollen als Einstieg in die Debatte dienen.

 
 

Oberkirche mit Altar und Taufbecken. Die Taufe mit ihren Figuren wird seit Jahren mühevoll restauriert, viele Spender unterstützten dabei. Archiv-Foto: Hans-Peter Stadermann
Oberkirche mit Altar und Taufbecken. Die Taufe mit ihren Figuren wird seit Jahren mühevoll restauriert, viele Spender unterstützten dabei. Archiv-Foto: Hans-Peter Stadermann

Rupp: „Uns als Verein kommt es darauf an, nicht nur ein Blitzlicht zu setzen, sondern nachhaltig etwas zu bewirken, wir wollen Ängste abbauen und das Verstehen fördern und wir wollen ein Signal für die setzen, die an den Rand gedrängt sind.“

 

Der Oberkirche Arnstadt e.V. im Überblick

  • Der Vereinsvorsitzende ist Andreas Hirsch
  • Stellvertreterin ist Renate Rupp
  • Über das Postfach 1122 in Arnstadt , PLZ 99301, oder die Mailadresse: info@oberkirche-arnstadt.de ist der Oberkirchenverein zu erreichen
  • Der Oberkirchenverein hat 52 Mitglieder im Alter von 25 bis zu 80 Jahren
  • Es ist ein unabhängiger Verein, offen für jeden ungeachtet seiner religiösen Orientierung. Der Verein steht in enger Verbindung mit der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Arnstadt und
Detail: Am großen Altarbild in der Oberkirche ist auch dieser Engel zu finden. Archiv-Foto: Hans-Peter Stadermann
Detail: Am großen Altarbild in der Oberkirche ist auch dieser Engel zu finden. Archiv-Foto: Hans-Peter Stadermann
  • unterstützt die Sanierung und Belebung von Kirchen und Klöstern
  • Unter dem Motto „Geschichte erhalten. Kultur erleben“ soll die Oberkirche restauriert und auch mit Leben erfüllt werden
  • In diesem Jahr sind Konzerte, Kunstmarkt, Ausstellungen und auch das Projekt „Perspektivenwechsel“ geplant

 

Vereine stellen ihre Projekte vor

Ilmkreis. Ein dicker Packen Bewerbungen lag vor wenigen Tagen vor der Jury, die für die erste Runde zur Wahl des Vereins des Monats eine Vorauswahl traf. Ins Leben gerufen wurde diese Aktion von Thüringer Allgemeine und der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert.

 

„Wir wollen von dem Guten, das uns im Ilmkreis passiert ist, Gutes zurückgeben an die Menschen, die sich hier ehrenamtlich engagieren“, betont Marco Jacob, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse.

Er, aber auch die anderen Jurymitglieder waren erstaunt über die Vielzahl an Einsendungen und Projekten, die die Vereine in diesem Jahr umsetzen wollen. Je ein Verein aus den Bereichen Sport, Kultur und Soziales wird pro Monat vorgestellt. Unter diesen drei Bewerbern können die Leser per Stimmzettel, der nach der Vorstellung aller drei Vereine veröffentlicht wird, ihren Favoriten wählen.

 

Leer geht bei der Wahl keiner der drei Bewerber aus. Die Erstplatzierten erhalten 1000 Euro, die Zweitplatzierten bekommen 500 Euro für ihr Vorhaben, an die Drittplatzierten gehen immerhin 250 Euro.

 

Das Geld sei bei den Vereinen gut angelegt, findet Marco Jacob. Dem schließen sich auch die Lokalredaktionen der Thüringer Allgemeine an. Denn ohne Vereine gebe es in vielen Städten und Gemeinden im Ilmkreis weder ein kulturelles noch ein sportliches Leben. Auch im sozialen Bereich engagieren sich Ehrenamtler außerordentlich. Sie kümmern sich um Kinder, Senioren, um Kranke und viele andere Personengruppen. Das wollen wir mit unserem gemeinsamen Wettbewerb unterstützen. Denn ohne Vereine und ihr breites gesellschaftliches und soziales Engagement  wäre der Ilmkreis  in vielerlei Hinsicht weniger liebens- und lebenswert.

 

So funktioniert die Wahl

  • Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen  an die Thüringer Allgemeine, Lokalredaktion, Erfurter Straße 20-22 in 99310 Arnstadt.
  • Stellen Sie sowohl den Verein als auch das Projekt, das Sie 2014 realisieren wollen, kurz vor.
  • Bitte benennen Sie einen Ansprechpartner und geben Sie dessen Kontaktdaten wie Telefonnummer und E-Mail-Adresse an, damit die Redaktion Sie erreichen kann.
  • Eine einmalige Einsendung der Projekte genügt. Werden sie im laufenden Monat nicht berücksichtigt, beschäftigt sich die Jury zu einem späteren Zeitpunkt erneut mit der Bewerbung.
  • Zur Jury gehören Vertreter  der Lokalredaktionen in Arnstadt und Ilmenau, der Sparkasse und der Vereine, die jeweils im Vormonat an der Wahl zum Verein des Monats teilgenommen haben.
  • Pro Monat wird von der Jury je ein Verein aus den Bereichen Sport, Kultur und Soziales ausgewählt.
  • Die Thüringer Allgemeine stellt diese Vereine und ihr Projekt vor.
  • Anschließend können die Leser per Stimmzettel abstimmen, welches Projekt ihnen am besten gefällt.
  • Der Verein, der die meisten Stimmen der Leser erhält, bekommt für sein Projekt 1000 Euro. Der zweitplatzierte Verein erhält 500 Euro, und der Drittplatzierte kann 250 Euro für die Realisierung seines Projektes  einplanen.

 

Frank Buhlemann / 12.04.14 / TA