Presse: Oberkirche könnte Hauptkirche der Arnstädter Gemeinde werden

Thüringer Allgemeine vom 28.03.2013

Die Oberkirche ist reich mit Kulturgut ausgestattet, hier der Altar. Archivfoto: Hans-Peter Stadermann
Die Oberkirche ist reich mit Kulturgut ausgestattet, hier der Altar. Archivfoto: Hans-Peter Stadermann

Arnstadt (Ilmkreis). Die Evangelische Kirchgemeinde in Arnstadt ist „steinreich“, sie verfügt gleich über drei große und wertvolle Kirchen. Alle drei sollen für die nächsten Generationen erhalten und mit Leben erfüllt werden. Die Kirchgemeinde steht jetzt vor der Entscheidung, was nach der Sanierung aus der Oberkirche werden soll.

 

Wird sie künftig die Hauptgemeindekirche? Diese Frage warf Superintendentin Angelika Greim-Harland bei einer Gemeindeversammlung auf, die leider nur spärlich besucht war. Die Arbeiten an der Kirche sowie am Kreuzgang werden in Vorbereitung des Reformationsjubiläums großzügig gefördert. Es gab bereits mehrere Workshops, in denen sich die Teilnehmer mit der künftigen Nutzung der Kirchen auseinandergesetzt haben. Dabei wurde deutlich, so Angelika Greim-Harland, dass alle drei Kirchen ein eigenes Profil brauchen, um Nutzungs- und Erhaltungsmöglichkeiten zu entwickeln.

 

Die Oberkirche könnte die Hauptgemeindekirche werden, die Bachkirche Konzertkirche und die Liebfrauenkirche zum Kolumbarium. Bei letztgenanntem Vorschlag ging ein Raunen durch den Gemeindesaal. Die Liebfrauenkirche als Aufbewahrungsstätte für die Asche Verstorbener, das können sich offenbar viele nicht vorstellen. Es handele sich bisher um eine Idee, so die Superintendentin. Anders sieht es mit der Oberkirche aus, hier drängt die Zeit, denn die Weichen werden im Zuge der Bauarbeiten gestellt. Das Gotteshaus soll 2017 wieder geweiht werden.

 

Für die Nutzung als Hauptkirche sprechen die Nähe zum Gemeindehaus, zum Kreuzgang und zum Kreuzhof. Aber man müsste wenigstens Sitzheizungen einbauen und die Orgel wieder spielbar machen, das koste viel Geld, gab es Einwände von Seiten der Gemeinde. Und was wird dann aus den Kantatengottesdiensten, die derzeit in der Bachkirche stattfinden?, fragte Jürgen Friedrich.

Befürchtet wird auch, dass in einer Gemeindekirche künftig kein Kino, kein Puppentheater, kein Handwerkermarkt mehr stattfinden könnten. Gleich mehrere Redner sprachen sich für das frühere Konzept aus: Der Altarbereich soll sakralen Zwecken wie Andachten und Taufen dienen, der hintere Bereich auch anderen Veranstaltungen. An der hellen Bachkirche, so wurde deutlich, hängt das Herz der Kirchgemeinde.

 

Das Thema wird ganz sicher weiter diskutiert. „Wir haben nicht mehr alle Zeit der Welt“, so mahnte die Superintendentin. Die Entscheidung muss der Gemeindekirchenrat treffen, eine mögliche Befragung der Gemeinde könne dann nur eine Empfehlung sein, stellte Pfarrer Thomas Kratzer klar.

 

In der Gemeindeversammlung wurde auch darüber informiert, dass Pfarrerin Mechthild Latzel nicht mehr Beauftragte des Kirchenkreises für das Oberkirchen-Projekt ist. Sie übernimmt Archivarbeiten und Vertretungsaufgaben. Unstimmigkeiten habe es unter anderem bei der inhaltlichen Abgrenzung ihrer Aufgaben gegeben, sagte Mechthild Latzel, die diese getroffene Entscheidung selbst sehr bedauerte.

Antje Köhler / 28.03.13 / TA