Presse: Spendengeld für Restaurierung des Taufbeckens in Oberkirche

Thüringer Allgemeine vom 14.12.2012

Oliver Bötefür, Mechthild Latzel sind mit Dieter Tettenborn, Susanne Richter und Thomas Kratzer (v. links) am Mittelteil der Taufe im Gespräch. Foto: Christoph Vogel
Oliver Bötefür, Mechthild Latzel sind mit Dieter Tettenborn, Susanne Richter und Thomas Kratzer (v. links) am Mittelteil der Taufe im Gespräch. Foto: Christoph Vogel
Einen Fördervertrag über 15 500 Euro samt einem kräftigen Händedruck bekam Pfarrer Thomas Kratzer vom Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Dieter Tettenborn, in der Oberkirche in Arnstadt überreicht. Das Geld soll für die weitere Restaurierung der Oberkirche, speziell für die Fertigstellung der historischen Taufe, verwendet werden.

 

Arnstadt. Ein schöner Anlass in der eiskalten Kirche, die sich mitten in einer umfangreichen Restaurierung befindet, wie Gerüste, aber auch schon mit Plastefolien geschützte fertige Bereiche im Inneren deutlich machen.

Das beschrieb auch Kurator Tettenborn, als er sagte, dass er sich jedes Mal freut, wenn er Fördergeld für die Oberkirche überreichen kann und gleichzeitig die Fortschritte am und im Kirchenbau sieht. „Viele Leute haben eine große Scheu davor, so ein Riesenprojekt überhaupt anzugehen. Sie als Verantwortliche und Organisatoren haben meinen Respekt“, so Dieter Tettenborn.

Das Geld der aktuellen Spende stammt zum Großteil von der Arno- und Oswald-Herzer-Stiftung (13 000 Euro) sowie der Stiftung Denkmalschutz und aus der Glückslotterie.

„Dieses Spendengeld gehört in unser Programm für die Wiederherstellung der Südwand der Kirche und der Taufe“, erklärte Pfarrerin Mechthild Latzel, die das Projekt Restaurierung Oberkirche betreut. Von den 20 Figuren, die die Taufe schmücken, sind zwei noch nicht fertig, so Latzel weiter. Auch der Mittelteil der Taufe wartet noch auf die fachgerechte Wiederherrichtung. Das Taufbecken selbst sei erneuert, hieß es weiter. Unstimmigkeiten gab es bezüglich der Fertigstellung der Taufe, für die das Fundament im Kirchenboden bereits gegossen ist. Endgültig soll die Taufe 2014 fertig sein, die Aufstellung werde aber bereits im Sommer des nächsten Jahres erfolgen.

Wie Gemeindekirchenrat Oliver Bötefür sagte, der vehement auf die schnelle Fertigstellung der Taufe drängt, um auch Spendengebern ein gutes Gefühl zu geben, wurde in der Gründung der Taufe ein interessanter Stein gefunden. Der viereckige Stein trägt an zwei Seiten Ornamente. Diese werden gerade in einer Spezialwerkstatt begutachtet.

Sichtbar sind die Fortschritte im Innern der bereits Mitte des 13. Jahrhunderts als Franziskanerkloster errichteten Kirche derzeit an der Südwand. Die Balustrade ist hergerichtet und gestrichen und die ganze Wand erhielt hellgelbe Farbe. Unter der Farbe verstecken sich Fresken, die allerdings „konservatorisch überstrichen“ sind. Das heißt, dass die Malereien bei Bedarf wieder freigelegt werden können. Allerdings müssen bis dahin wenigstens 20 Jahre vergehen, sonst würden bei einer Freilegung die alten Farben geschädigt.

„Wir mussten uns auf eine Fassung des Kircheninnenraums einigen, wir haben uns für die Fassung von 1900 entschieden“, so sagte Mechthild Latzel. Denn 1905 gab es „eine wirklich gut dokumentierte Fassung der Ausmalung der Oberkirche“. Ansonsten sei die Kirche von Beginn an ständigen Veränderung unterworfen gewesen. Rund alle 50 Jahre gab es neue Fassungen.

Zu den fertigen Teilen zählen nun weitgehend auch die Giebel an der Ost- und Westseite der Oberkirche. Die Fenster sind in einem gesonderten Projekt. Im neuen Glanz erstrahlen bereits die gewölbte und bemalte Holzdecke sowie die drei Evangelisten am Altar.

Im nächsten Jahr sollen die Restaurierungsarbeiten vorrangig an der Kirchen-Nordwand im Inneren ausgeführt werden. Die Wand muss gereinigt und neu gestrichen werden.

 

Frank Buhlemann / 15.12.12 / TA

 

siehe auch Freies Wort vom 14.12.2012