Presse: Großprojekt Oberkirche geht voran

Die Hallos Thüringen – Deutschland today vom 14.12.2012

Zuschuss für Restaurierung der historischen Taufe

Arnstadt (ke) – Während in der Oberkirche schon wieder deutliche Fortschritte der Renovierungsarbeiten zu sehen sind, konnte vergangene Woche Pfarrer Thomas Kratzer aus den Händen von Dieter Tettenborn, Erfurter Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), dort einen Fördervertrag über 15.500 Euro für die Fertigstellung der historischen Taufe entgegennehmen.

 

Auch der Mittelteil der Taufe muss noch aufgearbeitet werden.© Foto: Kerstin Engelmann
Auch der Mittelteil der Taufe muss noch aufgearbeitet werden.
© Foto: Kerstin Engelmann

Für Tettenborn sei es immer wieder ein freudiger Anlass, wenn er Fördergelder für das Großprojekt Oberkirche überreichen kann, so der Kurator. Das Geld der aktuellen Spende stammt zum Großteil aus Erträgen der von der DSD betreuten treuhänderischen Arno und Oswald Herzer-Stiftung (13.000 Euro) und zweckgebundenen Spenden in Höhe von 2.500 Euro und hilft der Arnstädter Kirchengemeinde ein ganzes Stück weiter.
„Wir werden von diesem Geld die letzten beiden der 20 Figuren der Taufe herrichten lassen und das Fundament der Taufe sichern“, so Pfarrerin Mechthild Latzel, die die Bauarbeiten an der Oberkirche betreut. 18 Figuren konnten bereits durch private Spender fachmännisch aufgearbeitet werden. „Diese warten jetzt, dass die Taufe endlich fertig wird“, so Oliver Bötefür, der sich nicht mit dem anvisierten Termin der Fertigstellung im Jahr 2014 zufrieden geben möchte. Er bestehe darauf, dass schon im kommenden Sommer wieder am historischen Taufbecken getauft werden könne.
Aber auch wenn noch nicht feststeht, wann die Taufe wieder ihre Funktion in der Mitte der Oberkirche erfüllen kann, sind trotz der Gerüste, verhangener Orgel und verhüllter Altarfiguren weitere Fortschritte in diesem Jahr nicht zu übersehen. Die Südwand erstrahlt inzwischen im selben blassgelben Farbanstrich wie die Decke in neuem Glanz. Dazu waren zahlreiche Vorarbeiten nötig, um beispielsweise an der Wand vorhandene farbige Fresken aus verschiedenen Bauphasen der ehemaligen Franziskaner-Klosterkirche aus dem 13. Jahrhundert zu sichern. Diese wurden konservatorisch überstrichen und könnten so bei Bedarf frühestens in 20 Jahren ohne größere Schäden wieder ans Tageslicht geholt werden, erklärte Botefür.
Im nächsten Jahr soll ähnliches an der Nordwand des Gebäudes geschehen. Auch diese Wand soll gereinigt, ausgebessert und mit einem Anstrich in gleicher Farbe versehen werden. Nur einige besonders schöne farbige Wandmalereien werden nach der Restaurierung der Wände noch zu sehen sein. „Wir mussten uns für eine Ausgestaltung entscheiden“, so Oliver Bötefür. Auch wenn diese Entscheidung nicht leicht fiel, nähere man sich mit der farblichen Gestaltung des Innenraums an die gut dokumentierte Fassung des Gotteshauses von 1905 an.