Presse: Bald kann wieder getauft werden

Deutsche Stiftung Denkmalschutz vom 10.12.2012

 

Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz übergibt Fördervertrag für die Oberkirche in Arnstadt

 

Kurzfassung: Einen weiteren Fördervertrag in Höhe von 15.500 Euro für die Restarbeiten an der Taufe in der Arnstädter Oberkirche überbringt Dr. Dieter Tettenborn, Ortskurator Erfurt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), am 13. Dezember 2012 um 11.00 Uhr an die Kirchengemeinde Arnstadt. Die ehemalige Franziskaner-Klosterkirche gehört seit 1999 zu den über 400 Förderprojekten, die die private Denkmalstiftung mit Sitz in Bonn dank individueller Spenden und Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Thüringen gefördert hat.

Langfassung: Auch in diesem Jahr kann die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die weiteren Sanierungsarbeiten in der Oberkirche in Arnstadt im Ilmkreis unterstützen. Den Fördervertrag kann Dr. Dieter Tettenborn, Ortskurator Erfurt der DSD, am Donnerstag, den 13. Dezember 2012 um 11.00 Uhr dank der Erträgnisse der von der DSD betreuten treuhänderischen Arno und Oswald Herzer-Stiftung in Höhe von 13.000 Euro und zweckgebundener Spenden in Höhe von 2.500 Euro an die Kirchengemeinde Arnstadt überbringen. Die 15.500 Euro kommen den Restarbeiten an der Taufe zugute, konkret der Restaurierung der Figuren und der Sicherung des Fundaments.

Mitte des 13. Jahrhunderts wurde in Arnstadt ein Franziskanerkloster gegründet. Dessen einschiffige gotische Saalkirche war ein 60 mal 11 Meter großer schlichter Rechteckbau aus steinsichtigem Werkstein und Bruchstein unter einem durchgehenden hohen Satteldach. Die gerade Ostwand gliedern drei hohe Spitzbogenfenster, von denen das mittlere dreibahnig, die beiden flankierenden zweibahnig sind. Nord- und Südwand werden ebenfalls durch zweibahnige Fenster geöffnet. An der Nordseite erhebt sich der 1461 erbaute Glockenturm, der von einer Welschen Haube von 1746 bekrönt wird. Das gestufte Hauptportal von 1588 befindet sich in der Westwand.

Nach Einzug der Reformation und Aufhebung des Konvents 1538 sowie einem Stadtbrand 1581 diente der Bau als Hauptkirche der Stadt und Hauskirche der Grafen von Schwarzburg-Arnstadt. Aus der Zeit des späten 16. und der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammt die geschlossen erhaltene Innenausstattung. Sie ist Zeugnis für das meisterliche Wirken Arnstädter Künstler und Bürger, etwa des Bildhauers Burchard Röhl.

Die gewölbte, bemalte Innendecke besteht aus Holz. Sie stammt ursprünglich aus dem Jahr 1725, wurde jedoch im 19. Jahrhundert überarbeitet. Zweigeschossige Emporen und Kirchenstände aus dem 16. und beginnenden 18. Jahrhundert umfangen den Raum. An der Südwand befindet sich die Fürstenloge und die Loge der Gräfin Katharina. An der Südwand befinden sich zweigeschossige Emporen, deren Brüstungsfelder mit Szenen aus der Bibel bemalt sind.

Die Taufe besitzt einen hölzernen, von vier Kinderfiguren gezierten Fuß, in den das Taufbecken eingelassen ist. Vier Säulen rahmen den Taufstein. Der Baldachin ist mit den Figuren der vier Evangelisten und Müttern, die Kinder tragen, geschmückt.

Die Innenausstattung wurde durch Schäden am Außenbau, eine undichte Dachdeckung, Hausschwamm und weitere Schäden stark in Mitleidenschaft gezogen. Durch regelmäßige zweckgebundene Spenden der Arno- und Oswald-Herzer-Stiftung und aufgrund eines Spendenaufrufs in der DSD-Fördererzeitschrift Monumente kann das Bauwerk seit 1999 sukzessive wiederhergestellt werden.

Die ehemalige Franziskaner-Klosterkirche gehört zu den über 400 Förderprojekten, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Sitz in Bonn seit ihrer Gründung 1985 dank individueller Spenden und Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Thüringen fördern konnte.