Presse: Frühlingsmarkt in der Arnstädter Oberkirche

TA vom 08.05.2012

Produzenten aus der Region stellen ihre Produkte vor. Sabrina Müller mit Tochter Elisa (7) und Neffen Hugo (2) testen diese am Spielzeugstand. Foto: Christoph Vogel

Die Ilmenauer Folkloregruppe „Feuertanz“ eröffnete am Freitag den Frühlingsmarkt in der Arnstädter Oberkirche Arnstadt. Die Gruppe „Feuertanz“ existiert seit 1979 und ist zu Recht bekannt wie ein bunter Hund. Als sie sich gründeten, war es in der Rockmusik noch üblich, dass eine große Band bei Liveauftritten eine Vorgruppe hatte. So auch „Feuertanz“ am Freitagabend in der Oberkirche. Diese Vorgruppe war eine gute Wahl. „Saitenwind“ – so der schöne Name -besteht aus zwei jungen Schülerinnen und einem jungen Schüler der Musikschule, die beim Gitarrenlehrer Sträfer ihr Handwerk gelernt hatten. Sie boten mit drei Liedern einen genialen Einstieg, indem sie einen spanischen Tanz und einen Blues präsentierten, die das bekannte „Lady Madonna“ der Beatles einrahmten. Und dann kamen sie, die sechs Mitglieder von „Feuertanz“. Ganz unprätentiös begaben sie sich an ihre mittelalterlichen und sonstigen Folkloreinstrumente und legten los. Tanzlieder wechselten sich ab mit mehr oder weniger frivolen Balladen. Toll zu hören, mit welcher Gelassenheit und Selbstverständlichkeit die Musiker ihre Lieder und Tänze präsentierten. Sehr beeindruckend die Vielfalt der Instrumente, von denen die meisten Musiker gleich mehrere beherrschten. Was soll man mehr bewundern, die herrlichen Bassläufe, das warme Fagott, die getragene Klezmer-Klarinette, die Geigen, das Akkordeon, den kräftigen mehrstimmigen Gesang? Oder etwa die leicht ironischen Einschübe der „Ode an die Freude“ oder des berühmten Rock-Riffs „Smoke on the water“? In jedem Fall herrschte der Geist von Rudolstadt, die Vorfreude auf das wohl weltgrößte Folklorefestival kann beginnen. Den musikalischen Schwung des Vorabends wollte der Frühlingsmarkt am Samstag aufnehmen, wurde aber leider durch das schlechte Wetter ausgebremst. Zumindest ein Teil der Veranstaltung. Haben die Standbetreiber am Samstagvormittag bei leichtem Nieselregen noch auf Besserung gehofft, so fielen die Aktivitäten am Nachmittag buchstäblich ins Wasser. Dabei hatte Oliver Bötefür, unter dessen Leitung die vierte Auflage des Frühlingsmarktes organisiert wurde, alles bestens vorbereitet. Produzenten und Händlern aus der Region wurde eine Plattform geboten, ihre Produkte vorzustellen. In diesem Jahr handelte es sich dabei vorwiegend um die Präsentation des Handwerks. So wurden unter anderem Kerzen, Holzwaren oder Geflochtenes feil geboten. Zum ersten Mal gab es hier auch einen Spielzeugstand. Gleichzeitig sollte der Markt aber auch einen kulturellen Aspekt haben. Und das ist den Veranstaltern sehr gut gelungen. Denn nicht nur die Gruppe „Feuertanz“ begeisterte die Besucher. Auch die „The Nightingales“ aus Kirchheim konnten mit Gospels und modernem Pop überzeugen. Für die angereisten Standbetreiber verlief der Tag natürlich nicht nach ihren Vorstellungen. Trotzdem lobten alle die sehr gute Organisation und wollen im kommenden Jahr wieder mit von der Partie sein. Den auch sie waren einhellig der Meinung – für solches Wetter kann niemand etwas.

Klaus Ehring / Christoph Vogel