Presse: Kreuzgangsanierung in vollem Gang

Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Dienstag, 29. November 2011

Ortskurator übergibt Fördervertrag in Arnstadt

Kurzfassung: Den diesjährigen Fördervertrag über 40.000,- Euro für die Mauerwerkssanierung im Kreuzgang der Arnstädter Oberkirche überbringt Dr. Dieter Tettenborn, Ortskurator Erfurt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), am 2. Dezember 2011 um 11.00 Uhr an Superintendentin Angelika Greim-Harland. Die ehemalige Franziskaner-Klosterkirche ist eines von rund 400 Förderprojekten, die die private Denkmalschutz-Stiftung in Bonn seit ihrer Gründung 1985 allein in Thüringen dank privater Spenden und Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte.

Foto Zur Übergabe des Fördervertrages 12-2011Langfassung: Ein Spendenaufruf im Förderer-Magazin MONUMENTE ermöglicht den diesjährigen Fördervertrag über 40.000,- Euro für die anstehende Sanierung des Mauerwerks im Nördlichen Kreuzgang der Oberkirche in Arnstadt im Ilmkreis. Das Dokument überbringt Dr. Dieter Tettenborn, Ortskurator Erfurt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), am Freitag, den 2. Dezember 2011 um 11.00 Uhr an Superintendentin Angelika Greim-Harland. Neben der DSD werden die Sanierungsarbeiten auch von Bund, Land und Kommune sowie der Landeskirche gefördert.

In einer in Würzburg im Jahr 704 ausgestellten Urkunde taucht bereits die Siedlung Arnstadt am Fuße des Thüringer Waldes auf. Sie zählt damit zu den ältesten deutschen Städten, die vermutlich auf einen bereits in vorgeschichtlicher Zeit genutzten Siedlungsplatz zurückgeht. 1266 erhielt der Ort das Stadtrecht. Kurz zuvor gründeten die Franziskaner in Arnstadt ein Kloster, für das eine einschiffige gotische Saalkirche errichtet wurde. Der 60 x 11 Meter große schlichte Rechteckbau entstand in einer Kombination von steinsichtigem Werkstein und Bruchstein unter einem durchgehenden hohen Satteldach. Die gerade Ostwand gliedern drei hohe Spitzbogenfenster, von denen das mittlere dreibahnig, die beiden flankierenden zweibahnig sind. Nord- und Südwand werden ebenfalls durch zweibahnige Fenster geöffnet. In der Westwand befindet sich das heutige Hauptportal von 1588. An der Nordseite erhebt sich der 1461 erbaute Glockenturm, der in den beiden Obergeschossen einen achteckigen Schaft zeigt und von einer Welschen Haube bekrönt wird. Nach Einzug der Reformation und Aufhebung des Konvents 1538 wurde der Bau zur Hauptkirche der Stadt und Hauskirche der Grafen von Schwarzburg-Arnstadt.

Ein Teil der ehemaligen Klostergebäude ist noch erhalten, wohl auch, weil dort von 1540 bis 1561 die gräfliche Erziehungsanstalt untergebracht war. Ihr folgte die Städtische Schule, die auch die Restgebäude des einstigen Refektoriums und des Kreuzgangs nutzte. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erhielt der zweigeschossige Massivbau ein zusätzliches Fachwerkgeschoss. Weitere Gebäude gruppieren sich um einen Hof, an ihrer Nord-, Süd- und Ostseite sind die Reste des Kreuzgangs aus dem 13. und 15. Jahrhundert erkennbar, bis zum ersten Obergeschoss auch das aufgehende Mauerwerk der früheren Klausurbauten.

Dank einer zweckgebundenen Spende des Kaden-Verlags in Heidelberg kann zeitgleich mit dem Fördervertrag für den Kreuzgang ein zweiter Vertrag über 6.000 Euro für die Restaurierung einer Stuckfigur des Heiligen Johannes übergeben werden. Bei der 1641 von Burchard Röhl für den Altar angefertigten Johannesfigur ist die Trägeroberfläche schadhaft. Zudem müssen Teil- und Formverluste ausgeglichen, Brüche und Risse im Stuck sowie Korrosion an den Eisenarmierungen und -elementen repariert werden.

Die Arnstädter Oberkirche, deren Kreuzgang öffentlich nutzbar werden soll, ist eines von rund 400 Förderprojekten, die die private Denkmalschutz-Stiftung in Bonn seit ihrer Gründung 1985 allein in Thüringen dank privater Spenden und Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, fördern konnte. Dazu gehören auch das Schloss in Kannawurf, der Eulensteinsche Hof in Großschwabhausen und ein Wohn- und Geschäftshaus Bei der Kirche 3 in Themar.

Bonn, den 29. November 2011/Schi