Presse: Kirchgemeinde Arnstadt sammelt Geld für Sanierung der Oberkirche

 

Thüringer Allgemeine vom 23.08.2011

 

Mit Konzerten und Führungen sammelt die Kirchgemeinde Arnstadt unermüdlich Geld für die Sanierung der Oberkirche. Die Einbauten aus dem 20. Jahrhundert – besonders die Dampfheizung – haben dem Bauwerk immens geschadet.

 

Arnstadt. Alle, die keine Karte mehr bekommen hatten, mussten auf das wunderbare Konzerterlebnis dennoch nicht verzichten: Mit einer Übertragung machte es Deutschlandradio Kultur allen Musikinteressierten möglich, das von Joshua Rifkin 1978 gegründete Bachensemble live mitzuerleben. Als die letzten Takte der Zugabe verklungen waren, sagte Superintendentin Angelika Greim-Harland gegenüber dieser Zeitung: „Wir hatten nicht zu hoffen gewagt, dass die Oberkirche nach dem Konzert der Reihe „Grundton D“ vor zwei Jahren erneut so eine große Öffentlichkeit bekommt.“ Wer dort gewesen ist, wird es mit eigenen Augen gesehen haben, dass dieses Gotteshaus öffentliche Unterstützung braucht und verdient. Die nächste Gelegenheit dazu besteht bereits am kommenden Freitag um 19 Uhr. Da klingt in der Oberkirche die von der Thüringischen Sommerakademie Böhlen veranstaltete internationale Kammermusikwoche 2011 mit einem Konzert aus, dessen Programm Werke aus Klassik, Romantik und Moderne beinhaltet. Der Erlös kommt der Kirche zugute. Überdies ist das Denkmal dank des von Jan Kobel gegründeten und gegenwärtig von Andreas Hirsch geleiteten Fördervereins Oberkirche an jedem Wochenende zwischen 11 und 15 Uhr zu besichtigen.

 

  • Die Sanierung der Altarfiguren – hier packt Restauratorin Mary Randhage gerade die Lukas-Figur aus – ist sehr aufwendig und teuer. Foto: Christoph Vogel

An manchen Tagen, so wissen die ehrenamtlichen Betreuer, kommen bis zu 100 Besucher, staunen und spenden – mal direkt, mal im Nachhinein. So fasste ein Mann mit dem Vornamen Markus jüngst sehr tief ins Portemonnaie, um die Restaurierung des Evangelisten Markus im Altar zu ermöglichen. Weitere Altarfiguren müssen in Kur; pro Figur sind dafür etwa 600 Euro vonnöten. Die Oberkirche wurde als Klosterkirche der Franziskaner im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts erbaut. Was sie schon kurz nach der Gründung ihres Konvents in Arnstadt errichtteen, ist für das Armutsideal des Ordens bis heute charakteristisch und unverändert: Ein langgestreckter, einschiffiger rechteckiger Bau aus Bruchsteinen anstelle von Werksteinen.