Presse: Wertvolles Kunstgut in der Arnstädter Oberkirche

Thüringer Allgemeine vom 25.01.2011

 

Superintendentin Angelika Greim-Harland mit der Taufe-Figur von Gottvater. Foto: Christoph Vogel

Noch für einige Jahre wird die Arnstädter Oberkirche Baustelle bleiben. Trotzdem sollen sich ihre Türen bald wieder für Besucher öffnen, die sich von der reichen Innenausstattung und dem Stand der Sanierungsarbeiten überzeugen können.

Arnstadt. Am Tag vor Weihnachten wurde die Decke in der Oberkirche fertig. Ein schönes Geschenk, das sich bald in voller Pracht bewundern lässt. Auch die Taufe, die sich längere Zeit hinter schützenden Brettern verbarg, wird wieder zu sehen sein. Die Sanierungsarbeiten in der gotischen Hallenkirche konzentriert sich jetzt auf den Ostgiebel, der auf wärmeres Wetter wartet. Die Steine müssen gereinigt und auch neu verfugt werden, das geht nicht bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Eine andere „Baustelle“, wenn man es so salopp sagen kann, ist die Taufe aus dem Jahre 1639. Sie gehört wie die Kanzel und der von Graf Günther XLII. gestiftete Hochaltar zu einem beeindruckenden Ensemble, das die Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters schmückt. „Die Arnstädter Oberkirche besitzt eine für Thüringen einzigartige und qualitätsvolle Ausstattung der Spätrenaissance“, so die Einschätzung der leitenden Restauratorin Annette Bohrloch aus Seebergen. Wie die drei Hauptstücke des Kirchenraumes stammen auch ein Kruzifix und das Epitaph für Catharina Güttich und ihre drei Kinder von dem Arnstädter Künstler Burchard Röhl (1588 – 1643). Er war Schwarzburgischer Baumeister und „Kalck-Polierer“, also ein auf Stuckarbeiten spezialisierter Künstler. Aus diesem Material bestehen auch die 20 Figuren, die normalerweise die Taufe zieren. Derzeit warten sie, wohl verwahrt, um von fachkundigen Händen restauriert zu werden. Superintendentin Angelika Greim-Harland hofft, dass das noch in diesem Jahr passiert. Eine Figur – eine Mutter mit Kind – konnte Dank eines großzügigen Arnstädters, der anonym bleiben möchte, bereits fertiggestellt werden.

Bleibt die Hoffnung auf Spenden. Inzwischen haben sich drei weitere Interessenten gemeldet, die womöglich die Kosten für eine der Figuren übernehmen möchten. „Das ist ein schöner Anfang“, findet Angelika Greim-Harland. Die Namen der Paten sollen später im Kirchenschiff verewigt werden. Aber auch kleine Beträge sind natürlich willkommen.

ak / 25.01.11 / TA