Presse: Großes Interesse an Oberkirchenführung

Thüringer Allgemeine am 17.01.2015

 

Oliver Bötefür berichtete über die Geschichtes des Gotteshausen sowie den Stand der Sanierungsarbeiten.

Bei der ersten Sonderstadtführung des Jahres 2017 stellte Oliver Bötefür (vorne links) am Samstag die Oberkirche vor. Mehr als 30 Interessierte nahmen teil. Foto: Antje Köhler Bei der ersten Sonderstadtführung des Jahres 2017 stellte Oliver Bötefür (vorne links) am Samstag die Oberkirche vor. Mehr als 30 Interessierte nahmen teil. Foto: Antje Köhler

 

Arnstadt. „Folgen Sie mir unauffällig“, meinte Oliver Bötefür zu dem Gästen der ersten Sonderstadtführung in Arnstadt in diesem Jahr. Wobei das mit dem unauffällig nicht so leicht war bei mehr als 30 Teilnehmern, darunter viele Arnstädter. Sie alle hatten Interesse an der Besichtigung der Oberkirche – eine „Perle im Schönheitsschlaf“, wie der Kulturbetrieb in seiner Ankündigung schrieb.

 

In Bötefür, der seit Jahren die Bauarbeiten von Seiten der Kirchgemeinde begleitet, hatten sie eine sachkundigen Erklärer, der sich mit einige Stadtführern unter den Besuchern auch einige Fachsimpeleien lieferte.

 

Die Führung selbst begann im Kreuzhof, wo sich die Geschichte des Klosters und der Kirche samt diverser Umbauten sehr gut ablesen lässt. Bereits um 1250 kamen die Franziskaner nach Arnstadt. Vermutlich bauten sie an dieser Stelle eine kleinere Vorgängerkirche, die dann von der heutigen Hallenkirche abgelöst wurde. Erst Mitte des 15. Jahrhunderts kam der Turm dazu. Etwa 30 Mönche dürften im Kloster gelebt haben – und der berühmteste Besucher des Kreuzganges Martin Luther gewesen sein. Über das Wirken der Franziskaner in der Stadt, die sich vor allem im der Sozialfürsorge engagierten, wird es im Sommer im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Reformationsjubiläum einen Vortrag geben, kündigte Bötefür an.

 

Er hatte auch die Schlüssel dabei, so dass die Besucher die bereits sanierte Sakristei besuchen konnten, in die demnächst wieder die wertvolle Büchersammlung zurückkehren wird. Darunter sind Erstdrucke von Luther und Notenfolianten mit handschriftlichen Aufzeichnungen ehemaliger Kantoren.

 

Auch ein Blick von der Orgelempore in das Kirchenschiff war am Samstag möglich, wobei Bötefür auf interessante „archäologische Fenster“ aufmerksam machte. Deutlich wurde, dass noch viel zu tun ist bis zur Wiedereinweihung des Gotteshauses am 29. Oktober. Auch danach wird die Restaurierung des umfangreichen Kunstgutes noch Jahre an Arbeit und viel Geld in Anspruch nehmen.

 

Antje Köhler / 17.01.17
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Eine Antwort auf Presse: Großes Interesse an Oberkirchenführung

  1. Dr. Hansgünter Ludewig sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herrn,
    im Rahmen einer Studie über der Leipziger Verleger Samuel Benjamin WALTHER (1678-1746? oder später) geht es um die Eckpunkte seines Lebenslaufs. Er hat zwar in seinen Büchern mächtige Spuren als bedeutentenster Verleger pietistischen Schrifttums in Deutschland hinterlassen. Aber so schnell sich sein Imperium von 1724 an ausgebreitet hat, so schnell ist es nach 1746 wieder zusammengebrochen. Er ist am 22. November 1678 in Stadtilm geboren, wie ich von der dortigen Gemeinde erfahren habe. Sein gleichnamiger Vater Samuel Benjamin Walther war dortiger Stadtvoigt und Bürgermeister. 1699 hat er sich sein Sohn in Halle als Theologiestudent immatrikuliert. Sein Schulbildung hat er an der Lateinschule in Arnstadt erworben. Wie ich im Internet lesen konnte, war diese damals am Barfüßerkloster an der Oberkirche angesiedelt. Haben Sie Kenntnisse darüber, ob die Schulakten der Lateinschule erhalten geblieben sind und wo sie sich befinden könnten? Vermutlich hat er sein Schulzeit dort im Jahr 1788 begonnen und ca 1695 beendet. Ich wäre sehr dankbar, wenn sich das an den Schülerlisten verifizieren ließe, denn es gibt nur sehr wenig gesicherte Daten zu seinem überaus bewegten Lebensweg.
    In der Hoffnung, dass Sie Menschen kennen, die darüber Aukunft geben können,
    grüßt sie freundlich
    Ihr Hansgünter Ludewig