Presse: Millionen für Reformations-Denkmäler

Thüringer Allgemeine am 30.10.2015

 

Rund 680 Orte erinnern in Thüringen an die Reformation, deren Beginn sich im Jahr 2017 zum 500. Mal jährt. Wichtige Stätten werden vor dem Jubiläum saniert.

In Thüringen wird an 680 Orten an die Reformation erinnert. Wichtige Stätten werden vor dem Jubliläum saniert. Foto: Jens König In Thüringen wird an 680 Orten an die Reformation erinnert. Wichtige Stätten werden vor dem Jubliläum saniert. Foto: Jens König

 

Erfurt. Thüringen als ein Kernland der Reformation rüstet sich mit Eifer für das Luther-Jubiläumsjahr 2017. Dann jährt sich am 31. Oktober der Beginn der Reformation zum 500. Mal.

 

„683 Stätten sind mit den Lebensstationen Martin Luthers, seiner Anhänger und Antagonisten sowie den Auswirkungen in Politik, auf Kunst oder Bildungswesen in Thüringen verbunden“, sagte Landeskonservator Holger Reinhardt. Darunter seien Dutzende Standbilder, Gedenktafeln und Luther-Fenster in Kirchen.

 

Die zehn wichtigsten Stätten wie das Augustinerkloster Erfurt, in dem der Mönch Luther in seinem Glauben geprägt wurde, hat das Land auf eine Restaurierungsliste gesetzt. Das Landesamt für Denkmalpflege hat sie um eigene Vorhaben ergänzt.

 

2014/2015 konnten laut Reinhardt wichtige Vorhaben auf dem Weg zum Jubiläumsjahr vorangetrieben werden. Dazu gehört die Restaurierung der mittelalterlichen Glasfenster in der Erfurter Augustinerkirche inklusive der stilisierten Rose, die Martin Luther als Motiv für sein Familienwappen wählte.

 

Zu großen Teilen saniert und restauriert ist die Kirche St. Peter und Paul in Weimar mit dem Cranach-Altar, einem der wichtigsten Altäre der Reformation. Superintendent Henrich Herbst kündigt an: „Unser Ziel ist die Wiedereinweihung im Advent 2016.“ Insgesamt 3,95 Millionen Euro sollen dann in die Herderkirche, wie die Kirche im Volksmund genannt wird, geflossen sein. Einwohner und Touristen können sich schon vorher von den Arbeiten überzeugen. Mit einem Gottesdienst am diesjährigen Totensonntag (22. November) soll die Kirche für etliche Wochen für Besucher geöffnet werden.

 

Denkmalpfleger sind auch im Lutherhaus in Neustadt/Orla am Werk, wo der Reformator mehrmals gewohnt haben soll. Zudem wird das Dach von Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden weiter saniert. Dort schlossen sich 1531 protestantische Fürsten und Städte zum Schmalkaldischen Bund zusammen, einem Verteidigungsbündnis gegen den katholischen Kaiser Karl V..

 

Elisabeth-Galerie rückt 2016 in den Mittelpunkt

Auf der Wartburg in Eisenach, wo Luther das Neue Testament ins Deutsche übersetzte, rückt 2016 die Elisabeth-Galerie mit den kostbaren Wandmalereien in den Fokus der Restauratoren. Nach vielen Jahren der Ursachenanalyse zu den Schäden an den Bildern seien jetzt Technologien gefunden worden, um den Klimaschwankungen im Raum entgegenwirken zu können, sagte der Landeskonservator.

 

Das Landesdenkmalamt fördere auch kleine Projekte von Kirchengemeinden; etwa Restaurierungen von Gemälden. „Es ist für diese Kirchen wichtig, die Reformation anhand eigener Objekte zeigen zu können“, sagte Reinhardt. Sorge bereite ihm, dass Kirchengemeinden bei der Sanierung des Öfteren an die Grenzen ihrer Finanzkraft stießen. Als Beispiel nannte er die Oberkirche in Arnstadt. Dort engagierten sich seit Jahren Kirchengemeinde und Verein, das Gotteshaus bis zum Reformationsjubiläum 2017 zu sanieren.

Antje Lauschner / 30.10.15 / TA

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