Presse: Elegantes Stilgemisch in der Oberkirche luftig präsentiert

Thüringer Allgemeine am 06. Oktober 2015

 

Arnstadt (Ilm-Kreis). Konzert des Duos „Interloop“ mit dem Trompeter Andreas Uhlmann war ein würdiger Abschluss der Konzertreihe.

Das Duo Interloop und Trompeter Andreas Uhlmann gastierten am Samstag in der Arnstädter Oberkirche. Foto: Christoph Vogel

Das Duo Interloop und Trompeter Andreas Uhlmann gastierten am Samstag in der Arnstädter Oberkirche. Foto: Christoph Vogel

 

Das Duo „Interloop“ besteht aus Franziska Hudl (Gesang, Gitarren und Synthesizer) und Matthias Ehrig (Gitarre, Bassgitarre, Loops und Satzgesang), die nach einem Konzert vor einigen Jahren im „Spittel“ zum zweiten Mal in Arnstadt auftauchten. Diesmal hatten sie am Samstagabend zum Konzert ihren Lieblingsmusiker Andreas Uhlmann (Posaune und Flügelhorn) mitgebracht, der das Duo traumwandlerisch ergänzte.

 

Alle drei kommen aus der Bachstadt Leipzig, um in der Bachstadt Arnstadt auf sich aufmerksam zu machen. Was ist das aber für eine merkwürdige Musik, die sie gut gelaunt am Samstagabend in der Oberkirche präsentierten? Im Vorfeld war von „Singer-Songwriter-Folk-Pop“ die Rede und Schreibe, und dies traf es irgendwie auch sicherlich, aber diese Beschreibung genügt nicht, um den eigenartigen Reiz des Leipziger Trios zu erklären.

 

Da ist zum einen die Sängerin Franziska Hudl in ihrem originellen bunten Kostüm. Mit ihrer glockenreinen wie gefühligen Stimme irgendwo zwischen Nena und der legendären Irish-Folk-Sängerin Sandy Denny, traut man ihr gut zu, bereits irische Volksmusik intoniert zu haben. In der Oberkirche präsentierte sie stattdessen eher leicht lebensphilosophisch angehauchte Texte, während sie zugleich die Saiten ihrer Gitarren und die Tasten des Keyboards bediente.

 

Zu dieser großartigen Stimme, die für rein akustische Musik ideal geeignet scheint, gesellte sich in gewissem Kontrast der „Technikfreak“ Matthias Ehrig, der nicht nur verschiedene Gitarren traktierte, sondern vor allem durch exzessives Looping auffiel, also durch Einspielen rhythmischer oder klanglicher Muster und ihre Wiedereinsetzung im aktuellen Musikprozess. Dies alles geschah aber mit einer solchen Leichtigkeit und Eleganz und mit wunderbar rockigen und gleichzeitig tranceartigen Rhythmen, dass man an die „Neue Deutsche Welle“ der 80erJahre erinnert wurde. Da passte es ins Bild, dass die jungen Leipziger auch einen Hit der damaligen Kultband „Depeche Mode“ im Gepäck hatten – ein Höhepunkt des Konzertes.

 

Die herrlich luftige Musik des Duo „Interloop“ wurde durch den Spitzenmusiker Andreas Uhlmann auf der Posaune, einmal aber auch auf dem Flügelhorn, dezent und virtuos begleitet. Ein Konzertbesucher, selber ein Blasmusiker, erklärte begeistert, selten habe er eine Posaune so klar und gefühlvoll spielen hören. Kann es ein besseres Lob für einen Musiker geben?

 

Klaus Ehring / 06.10.15 / TA

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