Presse: Spendengeld für Kruzifix und eine Gedenktafel in der Arnstädter Oberkirche

Thüringer Allgemeine am 21.08.2015

 

Arnstadt (Ilm-Kreis). Vertreter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz überbrachten symbolischen Scheck mit 17 400 Euro.

Das massive Holzstützgerüst im Kreuzganghof ist abgebaut, lediglich ein Stahlgerüst für konservatorische Arbeiten steht noch an der Kirchenwand. Foto: Frank Buhlemann

Das massive Holzstützgerüst im Kreuzganghof ist abgebaut, lediglich ein Stahlgerüst für konservatorische Arbeiten steht noch an der Kirchenwand. Foto: Frank Buhlemann

 

17 400 Euro auf einem symbolischen Scheck übergab am Donnerstagvormittag Ernst Herrbach, Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, an Pfarrer Thomas Kratzer und damit an die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Arnstadt. Die Übergabe fand in der Oberkirche in Arnstadt statt. Für die Ausstattung dieser Kirche soll das Geld auch verwendet werden, ganz speziell für die Restaurierung eines Kreuzes und eines Epitaphs.

 

Insgesamt hat damit die private Denkmalschutzstiftung mit Sitz in Bonn bereits 240 000 Euro an Fördergeldern an die Oberkirche in den Jahren ausgereicht und ist damit einer der größten Förderer dieses Kirchenbaus in Arnstadt.

 

Das Geld soll für die Wiederherrichtung eines großen Kruzifixes von Burchard Röhl und des Epitaphs von Heinrich Schneidewein aus dem Jahr 1585 verbraucht werden. Teile der umfangreichen Innenausstattung der Oberkirche waren in der Vergangenheit durch Schäden am Außenbau, ein undichtes Dach und Schwammbefall in Mitleidenschaft gezogen worden.

 

Stiftung unterstützt Kirche seit Jahrzehnten

Beim Kruzifix und der Gedenktafel müssen sowohl eine farbliche Überarbeitung, als auch die Aufhängungen und grundsätzliche konservatorische Maßnahmen ergriffen werden, wie Oliver Bötefür, Baubeauftragter für die Oberkirche, erklärte.

 

Pfarrer Thomas Kratzer dankte den Stiftungsvertretern dafür, dass seit Jahren Spenden zur Restaurierung „auch an eine Kirche, die für den Hauptsitz der Stiftung in Bonn weitab liegt, vergeben werden. Das ist für die Oberkirche zugleich eine große Wertschätzung“.

 

Stiftungsvertreter Herrbach wiederum lobte die gute Öffentlichkeitsarbeit, die für die Oberkirche geleistet wurde und wird. Wer auf interessante Projekte aufmerksam mache, der habe auch gute Chancen, aus dem Spendentopf Mittel zu bekommen. Die Stiftung vergibt neben Lottomitteln vorwiegend private Spenden und entscheidet vielfach nach Dringlichkeit.

 

Arbeiten an Sakristei können weiter gehen

In der Oberkirche ist die Dringlichkeit insofern gegeben, als die Kirche zum Jubiläum 500 Jahre Reformation im Jahr 2017 fertiggestellt sein soll. Neben dem Kruzifix und der Gedenktafel, die beide an der Nordwand der Kirche ihren Platz hatten, wird in diesem Jahr aber auch noch an zwei Kirchenbildern, einem Grabstein und der Kanzel gearbeitet.

 

Des weiteren können die Arbeiten in der Sakristei, wo eine historische Bibliothek untergebracht war, weitergehen. Wie Thomas Kratzer sagte, haben Gutachten ergeben, dass keine ursprünglichen Farbfassungen gefunden wurden. Somit kann die Sanierung der Innenwände zügig weitergehen.

 

Als „ein kleines historisches Datum“ bezeichneteKratzer danach bei einem Rundgang durch die Oberkirche und angrenzende Gebäude den Wegfall des massiven Stützgerüstes im Innenhof am Kreuzgang.

 

Stützgerüst im Kreuzganghof abgebaut

Dort war in diesen Tagen nach mehr als 15 Jahren die Stützkonstruktion aus Holz und Stahl abgenommen worden. Kratzer: „Arnstädter, die sich für die Oberkirche interessieren, kennen den Innenhof eigentlich nur mit dem Gerüst.“ Das hatte den Blick auf dem Kreuzganghof ziemlich verstellt. Nun ist die Außenmauer nach Jahren soweit stabilisiert worden, dass jetzt die weiter notwendigen konservatorischen Arbeiten erledigt werden können. Dafür steht das Stahlgerüst noch am Kreuzgang. Der teilweise wieder geöffnete Kreuzgang gilt als ein Kleinod. Er soll auch wieder begehbar gemacht werden. Dafür wird ebenfalls ein neuer kleiner Zugang geschaffen. Die Oberkirche gilt als historisch wertvoll, weil sie seit dem 18. Jahrhundert kaum verändert wurde. Franziskaner hatten im 13. Jahrhundert den Ursprungsbau als Kloster errichtet. Später wurde die Kirche die Hauskirche der Grafen von Schwarzburg-Arnstadt. Auch eine gräfliche Erziehungsanstalt war in einem Teil der früheren Klostergebäude untergebracht. Sehenswert sind neben den zahlreichen Kunstwerken insbesondere die Fürstenloge, das Taufbecken und der Adelsstand. Die Orgelempore stammt noch aus dem Jahr 1624.

 

Frank Buhlemann / 21.08.15 / TA

Dieser Beitrag wurde unter Archiv, Baufortschritt abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.