Presse: Ein fast unbekannter Schatz

Thüringer Allgemeine vom 12.03.2015

 

Arnstadt (Ilm-Kreis). 2015 ist ein besonderes Jahr – das Cranach-Jahr. Vater Lucas Cranach der Ältere (1472 -1533) war ein enger Freund von Martin Luther und Philipp Melanchton. Lucas Cranach der Jüngere (1515 – 1586) hätte in diesem Jahr seinen 500. Geburtstag. Beide Maler sind in die Geschichte eingegangen.

 

Neben Albrecht Dürer gilt Lucas Cranach als Hauptmeister der Kunst des 16. Jahrhunderts, der Zeit der Reformation. Auch in Arnstadt sind Cranach-Werke zu finden. Das ist unter anderem ein Grund für den Besuch von Touristen aus Kronach in Oberfranken, dem Geburtsort von Cranach den Älteren.

 

In der Bibliothek in der Oberkirche gibt es einige Holzschnitte der Cranachs. Momentan sind sie wegen der Sanierungsarbeiten ausgelagert.

 

Die Kunsthistorikerin Hildegard Zimmermann aus Braunschweig schrieb 1924, dass sie bei ihren Forschungsarbeiten über die Illustrationen in den Luthersachen viele Merkmale der Bildausstattung fand. Auch der Gegner Luthers Emser kaufte 1527 Holzstöcke bei den Cranachs. Leider werden dem Vater fast alle Arbeiten zugeschrieben, dabei waren diese so eilig, dass dieser nur skizzenhaft Entwürfe machte und Lucas der Jüngere sowie Hans Cranach und die Cranachschule in Wittenberg diese vielen Holzstöcke, Bilder, Altäre und so weiter ausführten.

 

So wurden die Werke in den Büchern der Oberkirche, bis zum heutigen Tag, noch nicht wissenschaftlich untersucht und systematisch ausgewertet.

 

Aus dem Schatz der Oberkirche kann man nicht alle Cranachsachen aufzeigen. Aus der Fülle die Einzelblätter von Lucas Cranach stammen aber „Der heilige Georg“ von 1506, „Ruhe auf der Flucht“ von 1509, das Gebetbuch des Kaisers Maximilian und der Monstranz-Holzschnitt von 1519.

 

Weitere Werke sind in den Schriften, zum Teil als Titelbordüre der Psalmenauslegung von Luther 1530 bis 1535, zu sehen. Diese sind wahrscheinlich von Lucas Cranach dem Jüngeren und der Cranachschule.

 

Bis heute sind die Cranach-Werke, die in Arnstadt lagern, nur wenigen Menschen bekannt. Wie sagte schon Superintendent Hans Prautzsch: „Die Cranachbilder sind der 3. Schatz der Oberkirche, aber keiner kennt die großen Werke.“

 

Helmuth Karl Abendroth / 12.03.15 / TA
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