Presse: Das Trio Rozhinkes bot musikalische Magie in Arnstadt

Thüringer Allgemeine vom 16.09.2014

 

Arnstadt (Ilmkreis). Konzerte in der Liebfrauenkirche, der Musikschule und der Oberkirche konnten in jeder Hinsicht überzeugen.

Das Leipziger Trio Rozhinkes: Samuel Seifert, Antje Hoffmann, Tilmann Löser (von links) begeisterte das Publikum. Foto: Michael Keller

Das Leipziger Trio Rozhinkes: Samuel Seifert, Antje Hoffmann, Tilmann Löser (von links) begeisterte das Publikum. Foto: Michael Keller

 

Als Einstieg in die musikalische Trinität zum Denkmaltag führte KantorJörg Reddin am Sonntag um 12 Uhr in der Liebfrauenkirche auf fantastische und vielseitige Weise durch die ungeheure Welt der Orgelmusik.Klar, dass Bach und sein LieblingsschülerJohann Ludwig Krebs nicht fehlen durften, aber auch Liszt und die dänische Romantik waren mit interessanten Klangbeispielen vertreten, die bestens die ungeheure Spannbreite der Orgel demonstrierten. Sogar Beethoven zeigte sich von einer völlig neuen Seite, indem seine beiden Orgelweisen fast jahrmarktmäßig-fröhlich daherkamen. Passend zum Denkmaltag gab es im Übrigen die Gelegenheit, während des Konzertes in der herrlichen Liebfrauenkirche zu wandeln, um so als Multi-Media-Ereignis die Schönheiten der Liebfrauenkirche zusammen mit den sich von Ort zu Ort ändernden Orgelklängen genießen zu können.

 

Genuss der besonderen Art im Haus Palmbaum

Ein Genuss besonderer Art gab es um 15 Uhr im „Haus zum Palmbaum“, also dem neuen, geschmackvoll restaurierten zusätzlichen Domizil der Musikschule, zu erleben. Das DuoElizaveta Birjukova, Querflöte, und ProfessorChristoph Ritter, Piano, spielte auf ebenso virtuose wie zupackende Weise Kompositionen vonCécile Chaminade,Bohuslav Martinu,Sergei Prokofjew undRené Mense. Die souveräne Leichtigkeit und Spielfreude des erstklassigen Duos übertrug sich schnell auf das begeisterte Publikum. Spätestens nach der humorigen Zugabe, einer augenzwinkernden Hommage des zeitgenössischen Hamburger KomponistenRené Mense an „LaTraviata“, gab es bei den Zuhörern kein Halten mehr und donnernder Applaus beendete diese denkwürdige Premiere im Stucksaal.

 

Würdiger Abschluss in der Oberkirche

Einen würdigen Abschluss fand die musikalische Trilogie um 17 Uhr in der Oberkirche mit dem Klezmer-Konzert des Leipziger Trios „Rozhinkes“. Die seit drei Jahren zusammen spielenden Musiker boten auf Geige, Klarinette und e-Piano ein temperamentvolles, dichtes und humoriges Zusammenspiel, das die melancholische Lebensfreude des Klezmer mit Prisen von Tango, Balkanfolklore und Jazz würzte und sogar vor einer überbordenden Fusion von Klezmer und Chopin nicht zurückschreckte. Als weiterer Höhepunkt erklang ein gefühlvolles Wiegenlied, dem es fast gelungen wäre, das Publikum in den Schlaf zu wiegen.Die ungeheure Spielfreude und der großartige Humor des Trios gipfelten im Stück „Besoffen“, in dem vor allem der Geiger ins Schwanken geriet und die Klarinettistin köstliche Hickser produzierte. Und zum guten Schluss durfte sogar getanzt werden.

 

Klaus Ehring / 16.09.14 / TA
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