Presse: Jeder Mensch muss sich für sein Leben verantworten

Thüringer Allgemeine vom

 

Arnstadt (Ilmkreis). Die Restaurierung des Adelsstandes Zum Abschluss der Serie stellen wir drei weitere Bilder aus der Brüstung vor.
Recht gut erhalten ist das Bild "Das jüngste Gericht". Dennoch müssen hier einige restauratorische Arbeiten vorgenommen werden, ehe es wieder in den Adelsstand eingebaut wird. Repro: Thüringer Allgemeine

Recht gut erhalten ist das Bild „Das jüngste Gericht“. Dennoch müssen hier einige restauratorische Arbeiten vorgenommen werden, ehe es wieder in den Adelsstand eingebaut wird. Repro: Thüringer Allgemeine

Recht schmucklos wirkt derzeit der Adelsstand in der Oberkirche. Die prächtigen Brüstungsbilder, die Szenen aus der Bibel zeigen, wurden ebenso wie die Bleiglasfenster ausgebaut. Sie sollen in den nächsten Monaten konservatorisch bearbeitet werden. Ziel ist es, den Adelsstand bald wieder in alter Pracht zeigen zu können.

 

Für die Wiederherstellung fließen etliche Fördermittel. Doch das Geld reicht nicht ganz, um alle Brüstungsbilder restaurieren zu können. Daher sammelt der Oberkirchenverein derzeit Geld, um das Projekt unterstützen zu können.

 

In den vergangenen Wochen stellte die Thüringer Allgemeine die Bilder der unteren Brüstungsreihe vor, die Bezug nehmen auf das 25. Kapitel des Matthäus-Evangeliums. Zum Abschluss der Serie geht es um die drei Bilder „Das jüngste Gericht“, „Die fünf klugen Jungfrauen“ und „Die fünf törichten Jungfrauen“.

 

„Früher hatten die Bilder in der Oberkirche weitaus mehr als einen künstlerischen Aspekt. Der Glaube sollte vermittelt und erklärt werden. Das Himmelreich oder die Vorstellung vom Gericht werden bildlich dargestellt“, erklärt Superintendentin Angelika Greim-Harland.

 

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Die fünf klugen Jungfrauen“ ist der Name dieses Bildes aus der unteren Brüstung des Adelsstandes.

Wie wird es sein, wenn das Ende kommt? Jesus erzählte dazu Beispielgeschichten, erläutert sie. Fünf Frauen bereiten sich vor und fünf Frauen verpassen es, ihr Leben hier auf der Erde als endlich zu betrachten. „Es gibt ein zu spät, gerade wenn es um existenzielle Fragen geht“, erinnert Angelika Germin-Harland. „Hätte ich doch nur…“ sei ein Satz, den jeder irgendwann einmal in seinem Leben äußert. Christen aber gehen davon aus, dass das Beste zum Schluss kommt – das Himmelreich. „Es wäre schade, nicht vorbereitet zu sein. Wer geistlich eingeschlafen ist, wird davon nichts mitbekommen.

 

 

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Sehr aufwändig wird die Restaurierung des Bildes „Die fünf törichten Jungfrauen“.

Wie halte ich mich aber wach und was sind das für Fragen, die es lohnt sich zu stellen? Vielleicht kann uns die Oberkirche durch ihre besondere Atmosphäre helfen, tiefen Lebensfragen Raum zu geben“, gibt die Superintendentin als Denkanstoß. „Unsere Vorfahren fanden ihren Weg, zum Beispiel Bibelbilder zu malen und sie in der Kirche zu platzieren. Wir heute buchstabieren diesen Weg nach – und es ist der Mühe wert die Bilder zu restaurieren“, findet sie.

 

Ein anderes Bild sei „Das Jüngste Gericht“. „Ich halte nicht viel davon, damit zu drohen oder Angst davor zu machen. Dass wir uns aber einmal für unser Leben verantworten müssen, das leuchtet irgendwie ein. Für viele findet das Gericht schon jetzt statt, im Kopf oder im Herzen, das sich verhärtet hat. Nicht erst am Ende, sondern täglich. Das muss die Hölle sein, sich selber und andere bei den Fehlern zu behaften die begangen wurden. Vergebung und Barmherzigkeit können einen neuen Weg eröffnen“, sagtAngelika Greim-Harland.

 

Die drei Bilder zu restaurieren, ist zum Teil sehr zeitaufwändig und auch kostspielig. Kommen genügend Spendengelder zusammen, können sie aber wieder in die Brüstung des Adelsstandes eingebaut werden. Momentan sind sie eingelagert, damit sie keinen Schaden nehmen.

 

Britt Mandler / 07.06.14 / TA
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