Presse: Stimmungsvoller Saisonauftakt in Arnstadt

Thüringer Allgemeine vom 12.5.2014

 

Arnstadt (Ilmkreis). Die Konzertreihe des Jahres 2014 in der Oberkirche begann am Freitagabend mit einem Konzert der Gruppe „Feuertanz“.

Die Gruppe Feuertanz spielte in der Oberkirche zum Auftakt der diesjährigen Konzertsaison. Das Publikum war begeistert. Foto: Marco Schmidt

Die Gruppe Feuertanz spielte in der Oberkirche zum Auftakt der diesjährigen Konzertsaison. Das Publikum war begeistert. Foto: Marco Schmidt

Die Gruppe „Feuertanz“ dürfte die wohl älteste und bekannteste Folkloregruppe des Ilmkreises sein. Immerhin spielen sie seit 30 Jahren zusammen. Angesichts dieses ehrwürdigen Alters und der in langen Jahren erworbenen Reputation machte es sich gut, dass der Gruppe „Feuertanz“ wie in einem Rockspektakel ein musikalisches Vorspiel vorausging.

 

Die bescheidene Rolle einer solchen Vorgruppe füllte die inzwischen ebenfalls recht bekannte Trommelformation „Ratamahata“ trefflich aus. Im farblich ausgeleuchteten Chorraum der Oberkirche präsentierten sie drei Stücke für Schlagzeug, die irgendwo zwischenAfrika oderBrasilien und Meditation und Trance beheimatet waren und den lang vergessenen Charme der Psychedelic-Musik a la Pink Floyd in Erinnerung rief.

 

Nach diesem stimmungsvollen Intro, das die durchsichtige Akustik der Oberkirche bestens ausnutzte und jeder Klangfarbe die ihr gehörige Freiheit zur Entfaltung bot, erschien die Gruppe „Feuertanz“, die von Anfang an zu begeistern wusste.

 

Es ist immer wieder beeindruckend, diese fünf Multiinstrumentalisten zu erleben, von denen jeder, bis auf die Akkordeonistin, gleich auf mehreren Instrumenten sich betätigt. So wechselte etwa das Fagott zum Zweit-Akkordeon, die Flöte zur Klarinette und Mandoline oder die Geige zur Gitarre. Selbst der Bassist verließ manchmal seinen großartig grundierenden und improvisierenden Kontrabass, um sich einem Schlaginstrument zuzuwenden. Fast überflüssig zu erwähnen, dass alle Musiker auch sangen und dies einmal sogar a capella.

 

Auch die Vielfalt der Musik war wieder sehr erfreulich. Dem andächtig lauschenden Publikum wurden derbe Bauernliedern und Politsongs vonBert Brecht ebenso präsentiert wie Volksmusik ausIrland,Frankreich oderRussland. Natürlich durfte auch eine Prise Klezmer nicht fehlen. Besonders großartig und mit Sonderapplaus bedacht war ein rumänisches Lied, das Traurigkeit und Lebensfreude so herrlich zu verbinden wusste, wie man es sonst vor allem von irischer oder arabischer Musik gewöhnt ist. Und so wurde der erste Konzertabend dieses Jahres in der Oberkirche zu einem großartigen frühlingshaften Erlebnis.

 

Klaus Ehring / 12.05.14 / TA
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