Presse: Arnstädter Oberkirche: Historischer Adelsstand soll wieder in alter Pracht erstrahlen

Thüringer Allgemeine vom

Arnstadt (Ilmkreis). Für die Restaurierung der neutestamentarischen Brüstungsbilder ist die Kirchengemeinde auf Spenden angewiesen.
Der Adelsstand der Oberkiche Arnstadt soll jetzt schnell saniert werden. Foto: Hans-Peter Stadermann

Der Adelsstand der Oberkiche Arnstadt soll jetzt schnell saniert werden. Foto: Hans-Peter Stadermann

 

Einem Gerippe gleicht derzeit der Adelsstand, der an der Nordwand der Oberkirche in Arnstadt steht. Ein Blick in historische Unterlagen zeigt jedoch, dass dieser Einrichtungsgegenstand einst ein prächtiger Hingucker war.

 

Aus Fachwerk errichtet, wurden in die beiden Etagen Bilder eingesetzt, die biblische Szenen zeigen. Eine Bleiverglasung schirmte die Adeligen, die hier Platz nahmen, vor den Blicken Neugieriger ab.

 

An die alte Pracht erinnert allerdings seit einigen Jahren nichts mehr. „Der Adelsstand war von Schwamm befallen“, erklärt Restauratorin Annette Bohrloch. Die hölzernen Böden und Treppen waren nicht mehr zu retten. Vom Sockel, auf dem das Fachwerk ruht, bröckelt der Putz. Und Bleiglasscheiben sowie Kunstwerke wurden eingelagert, damit sie keinen weiteren Schaden nehmen.

 

So bleiben soll der Adelsstand aber nicht. Die Kirchengemeinde hat in diesem Jahr tief in die eigene Tasche gegriffen, um die weiteren Sanierungsmaßnahmen in dem Gotteshaus cozufinanzieren. Allein 175″000 Euro kostet die Instandsetzung des nördlichen Kreuzgangs. Die Sakristei, in der die historische Bibliothek aufbewahrt ist, wird für 40″000 Euro wieder hergerichtet. Und in die weitere Restaurierung des Kirchenraumes fließen 140.000 Euro.

 

Mit Hilfe dieses Geldes wird unter anderem der Adelsstand wieder hergerichtet. Der Sockel wird repariert und neu verputzt, die Holzteile werden in der letzten sichtbaren Farbfassung erhalten. Geld ist auch dazu da, die mittlere Bilderreihe wieder einzubauen. Dabei handelt es sich um auf Holz gemalte Szenen aus dem alten Testament.

 

Die unteren Bilder entstanden auf Leinwand und sind dem Kapitel 25 des Matthäus-Evangelium entlehnt. „Um sie wieder zeigen zu können, brauchen wir Spendengelder“, sagt Oliver Bötefür vom Gemeindekirchenrat, der die Restaurierung des Gotteshauses seit Jahren begleitet.

 

Vorerst sollen wohl nur auf Plexiglas gezogene Kopien eingehängt werden, um Kirchenbesuchern einen Eindruck davon zu vermitteln, wie der Adelsstand einst aussah. Bis 2017 sollen die Bilder aber möglichst wieder an ihrem angestammten Platz sein – restauriert. Gehen zusätzliche Spendengelder ein, werden auch die alttestamentarischen Darstellungen nicht nur gesichert, sondern restauriert.

 

Ziel der Kirchengemeinde und des Oberkirchenvereins ist es, das Gotteshaus im Lutherjahr 2017 wieder so reichhaltig ausgestattet zu präsentieren, wie es einst war. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, der zu nehmen ist. Und ein Kraftakt noch dazu, denn Sanierung und Restaurierung von Kirche und Kunstgütern ist kostspielig. Allein kann das die Gemeinde nicht stemmen.

 

Bereits bei der Wiederherstellung der Taufe halfen Sponsoren tatkräftig mit. Nun hoffen die Christen, dass sich auch für die weiteren Sanierungsschritte großzügige Gönner finden.

 

Britt Mandler / 20.04.14 / TA
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