Presse: Bis 2017 ist in der Arnstädter Oberkirche noch viel zu tun

Die Hallos, Deutschland today vom 10.10.2013

 

Kreuzgang wird gesichert

Arnstadt (ke) – In der Arnstädter Oberkirche und vor allem im sich daran anschließenden Kreuzgang hat sich in den vergangenen Monaten viel getan.

 

Nach der statischen Sicherung soll der Kreuzgang wieder begehbar werden. Auch der Kreuzhof wird neu gestaltet. © Kerstin Engelmann

Nach der statischen Sicherung soll der Kreuzgang wieder begehbar werden. Auch der Kreuzhof wird neu gestaltet.
© Kerstin Engelmann

 

Aber bis zum Reformationsjubiläum im Jahr 2017 gibt es noch einige Baustellen, die es zu Ende zu bringen gilt.

 

So werden im Kreuzgang gerade die Bodenverankerungen für sechs Stahlträger vorbereitet, die später die Kreuzgangwand von innen verankern werden. „Wenn alles statisch gesichert ist, soll der Kreuzgang in seiner Art und Weise wieder hergestellt werden“, erläutert Oliver Bötefür, der die Sanierung der Oberkirche seitens der Kirchgemeinde von Anfang an mit begleitet. „Der Kreuzgang soll so weit wie möglich erlebbar gemacht werden.“ Dafür ist auch ein Durchbruch in die Oberkirche geplant, so dass diese dann auch durch den Gang betreten werden kann. Und auch der Kreuzhof wird eine Neugestaltung erfahren. Durch ein Gefälle soll er sich später der Kreuzganghöhe annähern. Wie er aber endgültig gestaltet und später genutzt werden könnte, stehe bisher nicht fest, so Bötefür. Noch stehen die statischen Arbeiten am Kreuzgang im Vordergrund.

 

Im Inneren der Oberkirche fallen den Besuchern die Veränderungen sofort auf. Statt großer Gerüste, die monatelang das Bild des Kirchenraumes bestimmten, erstrahlen die Wände inzwischen einheitlich in einem hellen Beige – entsprechend des letzten nachweisbaren durchgängigen Gestaltungskonzeptes der Kirche um 1900. Nur die Wand hinter dem Altar wartet noch auf ihre Überarbeitung. Es habe viele Diskussionen um die farbliche Gestaltung gegeben, erzählt Bötefür. Nicht alle Beteiligten seien glücklich mit dieser Entscheidung, gab es doch Stimmen, die gern den „maroden Charme“ der Kirche erhalten hätten. „Dafür hat die Kirche jetzt den Charme einer gesetzten Kreisen und nicht den einer maroden alten Dame“, so Bötefür.

 

Bis zum Reformationsjubiläum sollen alle Kunstgegenstände wieder in die Oberkirche zurückgekehrt sein. Spätestens dann werde sich die einheitliche Wandgestaltung positiv auf die Augen der Besucher auswirken, vermutet er.

 

„Dort, wo es uns sinnvoll erschien, haben wir Zeitfenster erhalten“, erzählt der Projektbegleiter. So ist an der Nordwand zwischen Eingangstür und Empore ein Medaillon aus franziskanischer Zeit zu sehen. Direkt gegenüber wird über der Empore ein Engelsgebilde aus franziskanischer Zeit und ein vermutlich etwas jüngerer Kreuzigungszyklus erhalten werden. Das Epitaph von Oberst Packmor an der südlichen Wand des Altarraumes wird nach seiner Rückkehr eine Schattenmalerei umrahmen.

 

Andere farbliche Gestaltungen an den Wänden wurden konservatorisch überstrichen. „In etwa 30 Jahren könnte diese Farbschicht wieder abgenommen werden“, erklärt Bötefür.

 

Besonders freue ihn, dass inzwischen der Taufeinsatz wieder in die Taufe der Oberkirche zurückgekehrt ist. So wurde zum Tag des offenen Denkmals erstmals wieder ein Kind dort getauft. Bedauernd sagt Bötefür:„Momentan fehlen uns noch 12.000 Euro für die Restaurierung der Taufkrone.“ Aber erst wenn diese und das gesamte Holzgestell überarbeitet sind, kann die Taufe wieder mit den bereits restaurierten Figuren bestückt werden.

 

Als nächstes großes Projekt im Kircheninnenraum hat Bötefür den Adelsstand der Katharina von Nassau auf dem Plan. Hier wolle man im Zusammenhang mit der statischen Sicherung und Restaurierung vorsichtig Kontakte zum Niederländischen Königshaus knüpfen.

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