Presse: Sieben Männer boten vierstimmigen Ohrenschmaus in Arnstadt

Thüringer Allgemeine vom 5.8.2013

Die ehemaligen Sänger des Dresdner Kreuzchores sowie des Leipziger Thomanerchores begeisterten das Publikum in der Oberkirche. Foto: Christoph Vogel

Die ehemaligen Sänger des Dresdner Kreuzchores sowie des Leipziger Thomanerchores begeisterten das Publikum in der Oberkirche. Foto: Christoph Vogel

Arnstadt (Ilmkreis). Konzert des Vokalensembles „canta d elysio“ in der wieder eröffneten Oberkirche war ein großartiges Erlebnis.

 

Es war ein glückliches Zusammentreffen: die von den Gerüsten befreite Oberkirche, die aus dem 13. Jahrhundert stammt, traf auf sieben junge Männer, alles ehemalige Mitglieder des Dresdener Kreuzchores, der ebenfalls im 13. Jahrhundert gegründet wurde.

 

Das Septett von „canta d elysio“ bot wie im Vorjahr ein streng getrenntes Programm. Im ersten Teil präsentierte es geistliche Musik, während es nach der Pause mit weltlicher Musik weiterging. Die Sakralmusik war interessant, weil sie einen musikalischen Gang durch die Jahrhunderte vorführte, bei dem zum Teil bekannte Stücke unbekannter Komponisten, und unbekanntere Lieder berühmter Komponisten wie Schubert zum Zuge kamen. Bei allen Werken faszinierte die Eindringlichkeit und Eleganz des meist vierstimmigen Gesanges.

 

Nach der Pause, in der so mancher zu Wein griff oder zu Wasser wegen der Hitze, die die Oberkirche so erwärmte, dass man ohne Jacke sitzen konnte, ging es mit leichterer Kost weiter. Bekanntes wie das Lied vom Kaktus und von „Wochenend und Sonnenschein“ fehlte ebenso wenig wie „Yesterday“, das fast alle noch immer den Beatles zuordnen. Doch es wurde allein von Paul McCartney komponiert und ohne die Beteiligung der anderen Beatle eingespielt.

 

Dresden, so dass der begeisterte Applaus eine Zugabe auslöste, die noch einmal auf bewundernswerte Weise so innig und intim wirkte, wie es sonst nur die famosen russischen Chöre auszudrücken wissen.

 

Irritationen im Vorfeld boten unterschiedliche Hinweise auf die sieben jungen Sänger, die einmal als Ex-Kreuzianer, dann aber auch zugleich als Ex-Thomaner bezeichnet wurden. Diese Diskrepanz wurde von den Musikern dahingehend aufgeklärt, dass die sieben Sänger, die allesamt ehemalige Mitglieder des Kreuzchores waren, nur ein Teil des größeren Vokalensembles „canta d elysio“ sind, das am 13. August seine diesjährige Deutschlandtournee beginnt und in der Tat auch zwei ehemalige Mitglieder der Leipziger Thomaner aufweist.

Klaus Ehring / 05.08.13 / TA
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