Presse: Ab Frühjahr wird der Kreuzgang der Oberkirche saniert

Thüringer Allgemeine vom 5.10.2012

Ein Teil des Kreuzganges des ehemaligen Franziskanerklosters ist derzeit nicht zugänglich. Das soll sich nach der Sanierung ändern. Foto: Christoph Vogel

Das umfangreiche und teure Großprojekt an der Arnstädter Oberkirche wird auch aus finanziellen Gründen mehrere Jahre dauern.

 

Arnstadt. Die Oberkirche ist derzeit für Besucher geschlossen. Sie würden auch nicht viel sehen, denn das gesamte Kunstgut versteckt sich hinter Planen, weil die Südwand saniert wird. Fachleute sichern die Reste von alter Malerei an der Mauer, bevor diese nach einer Farbfassung aus der Zeit um 1900 einen hellen Anstrich erhalten. Noch etwa vier Wochen werden sie an der Südwand zu tun haben, so die Prognose. Parallel zu den Arbeiten im Innenraum läuft die Vorbereitung des nächsten großen Bauabschnittes: Der Kreuzgang kommt endlich in die Kur, damit sollen auch die statischen Probleme in diesem Bereich behoben werden. Bereits seit Jahren sichern dicke Holzstützen die Wand zum Hof hin. Nach mehreren Umbauten unserer Altvorderen drückt das Kirchendach so stark auf die Mauern des Kreuzganges, dass Einsturzgefahr droht. Und wenn die Mauern stabilisiert werden, soll auch dieser kaum noch zu erkennende Bereich wieder erlebbar werden.

Geplant ist unter anderem die Sicherung mit einem Stahlgestell. Der Fußboden soll abgesenkt, die Arkaden wiederhergestellt werden. Alles in allen kostet der Rohbau eine halbe Million Euro. „Und da ist noch kein Stromkabel verlegt, nichts gestrichen“, machte Mechthild Latzel, Pfarrerin im Kirchenkreis für das Projekt Oberkirche, jetzt bei einem Besuch des CDU-Bundestagsabgeordneten Tankred Schipanski die Dimension der Aufgabe deutlich. Schipanski hatte sich in Berlin für die Förderung des überregional bedeutsamen Projektes stark gemacht. 87 500 Euro werden in diesem Jahr aus einem Denkmalschutz-Sonderprogramm zur Verfügung gestellt. Hinzu kommen Mittel vom Denkmalschutz, Eigenmittel der Kirchgemeinde und des Vereins Oberkirche. Insgesamt sind es rund 175000 Euro als erste „Jahresscheibe“ für den Kreuzgang. Die Ausschreibung soll noch 2012 erfolgen. Doch weil der Winter vor der Tür steht, kann wohl erst im Frühjahr mit dem Bau begonnen werden.

Es ist auch daran gedacht, später im Bereich der ehemaligen Mönchszellen die wertvolle Bibliothek der Oberkirche unterzubringen. 1506 hatte Martin Luther das damalige Franziskanerkloster in Arnstadt besucht. Schipanski sagte zu, sich im nächsten Jahr für einen Fördermittel-Nachschlag einzusetzen. Ziel ist es, zum Luther-Jubiläum 2017 die Oberkirche mit ihrer reichen Ausstattung den in- und ausländischen Gästen in einem vorzeigbaren Zustand präsentieren zu können.

Antje Köhler / 05.10.12 / TA

 

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