Presse: Einsatz in luftiger Höhe

Freies Wort vom 12.09.2012

Holger Karnahl und David Pesenecker zogen so manche Blicke bei der Arbeit auf sich – auf einen wahrlich luftigen Arbeitsplatz: den Turm der Oberkirche.

 

Ein kleiner Baum wird vom Kirchturm geholt
Foto: Richter

Arnstadt Auf einen Sockel des Oberkirchen-Turms hatte wohl einst der Wind Baumsamen angeweht. Im Laufe der Jahre entwickelte sich auf dem Vorsprung eine kleine Buche, deren Wurzeln das Mauerwerk zu beschädigen drohten. Dieser rückten die beiden nun zu Leibe, am Seil aus dem Turmfenster kletternd.

„Ich bin gebürtiger Arnstädter, wollte meiner Heimatstadt etwas Gutes tun“, erklärte Holger Karnahl seinen kostenlosen Einsatz. Mit seiner Firma SUKA (Seilunterstütztes Arbeiten Holger Karnahl) hat er sich auf solche schwindelerregenden Arbeiten spezialisiert. Der etwa 25 Meter hohe Turm der Oberkirche zählte da eher zu den einfachen Einsatzgebieten. „Der höchste Kirchturm, den ich herunter bin, war etwa 65 Meter hoch. Das war in Weißenfels. Auf der Festung Königstein waren es 80 Meter Höhe“, erklärte Holger Karnahl. Sein spannendster Einsatz sei aber ein 42 Meter tiefer Brunnen gewesen, in dem er eine Beleuchtung anbringen musste.

Baum vergiftet

Mit dem Einsatz an der Oberkirche hat Holger Karnahl der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde einigen Aufwand und vor allem Geld gespart. Ein Gerüst hätte mehrere Wochen stehen müssen, denn zunächst musste der Baum vergiftet werden. „Hätten wir ihn nur entfernt, wäre er immer wieder gekommen“, so Karnahl. Auch die Vergiftung hatte er bereits vor einigen Wochen per Seileinsatz vorgenommen. Nachdem der Baum entfernt war, wurde das lose Mauerwerk am Kirchturm gleich wieder verfugt.

von Berit Richter

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