Presse: Ergebnisse der Untersuchungen an den Wänden der Oberkirche

TA vom 29.06.2012

Birgit Busch in der Oberkirche Arnstadt. Foto: Marco Schmidt

Birgit Busch in der Oberkirche Arnstadt. Foto: Marco Schmidt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ergebnisse der Untersuchungen an den Wänden der Oberkirche wurden am Mittwoch vorgestellt. Die Restaurierung soll noch in diesem Jahr an der Südwand beginnen.
Arnstadt. Im August oder September soll mit der Restaurierung der Wände der Oberkirche begonnen werden. Zunächst ist die Südwand dran, informierte am Mittwoch Restauratorin Birgit Busch.

Zusammen mit ihrer Kollegin Anette Borloch berichtete sie über die Ergebnisse der Untersuchungen der Wände der Kirche. Im Fokus standen Malereien, die man auf den Wänden gefunden hat. „Die stammen vor allem aus der Zeit als die Kirche von den Franziskanern genutzt wurde“, schildert die Restauratorin. Die Ältesten stammen aus dem 13. Jahrhundert. Entdeckt wurden sie in den 80er Jahren als man jüngere Putzschichten von den Wänden entfernt hatte.

Hervorzuheben seien dabei die Apostel-Medaillons, von denen einige erhalten sind. So zum Beispiel direkt über der Kanzel oder über der Orgelempore. Zu sehen sind die Apostel mit Glaubensbekenntnissen. Das was man heute noch erkennen könne, sei aber nur die Farbe, die beim Malen in den Putz eingezogen ist und Vorzeichnungen. Von der eigentlichen Farbe der Malereien sei nichts mehr da. Dem Putz, der 1285 auf die Wände aufgetragen wurde, bescheinigt die Restauratorin jedoch eine hohe Qualität. „Dort, wo er nicht durch mechanische Einflüsse zerstört wurde, ist er noch gut in Schuss“, so Birgit Busch. Weitere Malereien wurden von den beiden Restauratorinnen untersucht. Viele Befunde seien aber schwer zu interpretieren, da nur noch Fragmente erhalten sind. Außer bei den Apostel-Medaillons habe man noch nicht feststellen können, wann genau welche Malerei angebracht wurde. Worüber man sich sicher ist, ist dass alle Wandmalereien aus der Zeit vor der Reformation stammen.

Restaurierung der Wände dauert drei Jahre
Nachdem die Kirche im 16. Jahrhundert von der Stadt übernommen wurde, wurden alle Wände weiß gestrichen und die Malereien übermalt. Das lag vor allem an den baulichen Erweiterungen, wie den Emporen oder den Fürstenstühlen. „Die Kirche hat dann hauptsächlich von ihrer baulichen Ausstattung gelebt“, erklärt Birgit Busch.

Die Wände sollen jetzt in den Zustand versetzt werden, wie sie nach der letzten großen Generalsanierung im 19. Jahrhundert vorzufinden waren. „Wir haben uns für diese Zeit vor allem wegen des Tonnengewölbes entschieden. Das wollten wir nicht aufgeben.“

Das Tonnengewölbe erstrahlt ja bereits in neuem Glanze. Wandmalereien hat es zu dieser Zeit in der Kirche nicht gegeben. Einige gut erhaltene Malereien, wie das Apostel-Medaillon über der Orgelempore sollen aber erhalten bleiben. Ansonsten bekommen die Wände einen gebrochenen Weißton. Nachdem die Restauratorinnen verschiedene Verfahren ausprobiert haben, die Farbe aufzutragen, hat man jetzt ein geeignetes für die Oberkirche gefunden. „Jetzt können wir die Ausschreibung für die Restaurierung der Wände machen“, sagt Busch. Im Zuge der Wandsanierung werden auch die Fensterfassungen und die Fenster restauriert.

Insgesamt seien drei Jahre veranschlagt bis alle Wände fertig gestellt sind. Neben der Sanierung der Wände gehen aber auch die anderen Restaurierungsmaßnahmen weiter. „An der Taufe ist schon viel passiert. fast alle Figuren sind schon fertig gestellt“, informierte Birgit Busch. Am Sonnabend wird eine weitere übergeben.

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